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2. Zielgruppen, Kriterien für Anfälligkeit

Not und Mangel beleben das Geschäft der Sekten! Sektenführer haben Sehnsucht nach den vollen Kirchen der Not- und Mangelzeit nach dem Krieg; und wie man vermuten darf, auch nach Einfluß auf Menschen und klingelnde Kassen!

Der Großteil der Bundesbürger ist für totalitäre religiöse Ideologien nicht besonders anfällig. Dort herrscht die Meinung vor: “Wer wird schon so dumm sein, den Rattenfängern nachzulaufen!” Daher wird es oft nicht verstanden, wenn jemand im Bekanntenkreis seine Vernunft, seine Ehe, sein Eigentum aufs Spiel setzt oder aufgibt, nur um in der wärmenden Isoliertheit einer Ideologie unterzukriechen. Besonders gefährdet und deshalb besonders umworben sind erfahrungsgemäss:

- Frauen, die in ihrer Ehe unzufrieden sind (Hausfrauensyndrom),
- Jugendliche, die soeben der Nestwärme entwachsen sind und einen Ersatz-/Übervater suchen,
- Menschen, die einen geliebten Lebensgefährten verloren haben
- Menschen, die unter objektiv vorhandenem oder subjektiv empfundenem Mangel an Zuneigung
  leiden
- Menschen unter starkem Stress und solche, die sich sonst im Unglück und auf der Schattenseite
  des Lebens sehen. Sagte doch der Religionsstifter der Christen: “Kommet her zu mir alle die ihr
  müselig und beladen seid. Ich will Euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernet von
  mir....so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!” (Matthäus 11, 28 ff).
- Menschen, die als Folge von Ehrgeiz oder Besitzgier ihre Lebensmitte oder ihr seelisches
  Gleichgewicht verlieren.
- Menschen, die geistig anspruchsloser sind oder unter intellektuellen Mängeln leiden.
  “...nicht viel  Weise nach dem Fleisch, nicht viel Gewaltige, nicht viel Edle sind berufen. Sondern
  was töricht ist  vor der Welt, das hat sich Gott erwählt”. (1 Korinther 1, 27). “Selig sind, die da
  geistlich arm sind,  denn das Himmelreich ist ihr!” (Matthäus 5,3). Nicht ein Mangel an Intellekt
  ist jedoch das ausschlaggebende Moment, sondern die aus fehlendem eigenständigem Denken
  resultierende psychische Befindlichkeit.

Aus den Erfolgen mit solchen Menschengruppen rührt es her, daß christliche Sekten zu einer Überbetonung der Worte Jesu neigen: “...und führet die Armen, die Blinden, die Lahmen, die Krüppel herein....und nötiget sie hereinzukommen” (Lukas 14, 21-23). Entsprechend stark hat sich die “Missionierung” in den Entwicklungsländern ausgeweitet. Bei den Neuapostolischen stammt der größte Mitgliederzuwachs der letzten Jahrzehnte aus Indien, Afrika und Südamerika, während in der europäischen Kirche Rückgänge um 10 % im letztem Jahrzehnt bekannt wurden.

Jedes aus einer gefühlsmäßigen, materiellen oder intelektuellen Mangelsituation herrührende Appetenzverhalten bedeutet potenzielle Gefährdung durch Sekten!

Auf diese Mangelsachverhalte wird auch in den internen Schulungen der Sekten immer wieder abgehoben. Der materiell reiche Mann (Lukas 16,19), der moralisch reiche Jüngling (Lukas 18, 23), der intellektuell reiche griechische Weltweise und Philosoph (1. Korinther 1, 17 - 22) werden als weniger geeignete Opfer angesehen.

Jeder Menschentyp, jede Mangelsituation findet eine Sekte, die eine religiöse Marktlücke seines Geschmacks besetzt hat und darauf angepaßt ist:
- Erfolgsorientierte fühlen sich eher von einer Sekte angesprochen die ihnen verspricht ihr geistiges
  Potential zu erhöhen (Scientology).
- Introvertierte zieht vielleicht die meditative Guru-Bewegung an.
- Wer für ein nach seiner Meinung ungerecht mit ihm umspringendes Leben Ausgleich sucht, dem
  werden die Re-Inkarnationslehren indischer und esoterischer Richtungen Ausgleich bieten.
- Extravertierte fühlen sich in einer Bewegung mit aktiven Einsatzmöglichkeiten in missionarischen
  Tätigkeiten und Predigteinsätzen (Zeugen Jehovas, Neuapostolische Kirche) besser aufgehoben.
Ein Mitglied der Scientology würde wahrscheinlich den Kontakt mit der Osho-Bewegung ablehnen und umgekehrt.

Ein beliebtes Betätigungsfeld für Sekten, wie für alle Ideologien, sind Jugendliche. Die Devise lautet: Wem die Jugend gehört, dem gehört die Zukunft! So kann sich z.B. hinter einer Studentenvereingung die Mun-Sekte verbergen. Auch in Volkshochschulen haben Scientology, Anhänger der Transzendentalen Meditation oder des Baghwan häufig getarnt ihre Werbung als Unterrichtende abgesetzt.

Ebenso sind Kinder für Sekten ein begehrter Rohstoff, der leichte Formbarkeit verspricht. Deshalb versuchen sie in Schulen, Kindergärten, Nachhilfeorganisationen und durch Nachhilfelehrer an die Kinder heranzukommen. Beispiele sind Ziel e.V. (Zentrum für individuelles und effektives Lernen) und die Appla-School von Scientology. In der Schweiz hat, wie ich von einem Regierungsmitglied höre, Scientology Anträge auf Eröffnung von religiösen Privatschulen gestellt.

Eine besonders delikate Strategie, die bei der Zielgruppe Jugendlicher und bei Menschen mit Beziehungsstörungen Erfolg verspricht ist das sogenannte "flirty-fishing" der “Kinder Gottes”. Dort führen die weiblichen Mitglieder Männer manchmal zuerst im Bett an das “Heil” heran. Ich selbst habe entsprechende Liebesangebote von zwei jungen Damen auf der Geschäftsstrasse einer Großstadt erhalten. Allerdings scheinen solche Aktivitäten neuerdings wegen der öffentlichen Ablehnung erst in fortgeschrittenen Stadien der “Bekehrung” eine Rolle zu spielen.

Eine weitere Quelle der Rekrutierung ist natürlich für eingesessene Sekten die nachwachsende Kindergeneration ihrer Mitglieder. Den Einfluß auf diese nicht zu verlieren bedeutet, auf dem unter starkem Konkurrenzdruck stehenden “Markt” die Mitgliederzahl wenigstens teilweise zu halten. Zumal die öffentliche Diskussion über Sekten bewirkt hat, dass sich deren Opfer schwerer “einwickeln” lassen. Der Indoktrination dieser potentiell durch kritisches Denken während der Pubertät und vielleicht gemischtgläubige Ehen “im Glauben Gefährdeten” wird großer Wert beigemessen. Entsprechend dem Tätigkeitsdrang der Jugend werden Musik, religiös bestimmte gemeinsamen Fahrten, Ausflüge und sonstige Veranstaltungen geboten (Jugendpflege).
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