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Islam: Mystik

In Fortführung altislamischer Gedanken über das Verhältnis des Frommen zu Gott entwickelte sich eine umfangreiche Mystik, die auch Blüten der islamischen Poesie hervorbrachte. Asketische Weltabkehr und Verinnerlichung des religiösen Lebens wurden von Männern verfolgt, die man Arme (arabisch Fakir, persisch Derwisch) nannte. Wegen ihrer Wollkleider wurden sie auch Sufis genannt. Von der perfekten Askese weit über den Koran heraus bis zum Genuß des verbotenen Weins und der damit verbunden Sprengung der alltäglichen Bewußtseinsgrenzen findet man alle Schattierungen in der islamischen Mystik, vom Bußprediger bis zum spekulativen Philosophen.
Das letzte Ziel der Mystiker des Islam ist, wie das aller Mystiker, das Verbundensein mit der höheren Macht Allahs und das Empfinden intensiver Liebe und Geborgenheit, das damit verbunden ist. So scheint Konzentration und Extase die Schranken zwischen endlichem und unendlichem in der unio mystico zu beseitigen.
922 wurde in Bagdad Hussain ibn Mansur-al-Halladsch gekreuzigt, der als Mystiker von sich gesagt hatte: "Ich bin die absolute Realität". Er dankte Gott vor seiner Hinrichtung dafür, daß er ihm erlaubt hatte, das Innerste des Göttlichen zu schauen und bat ihn, seinen Verfolgern gnädig zu sein. Das Genüge des Exstatikers ist die Isolierung des Einen. Damit wird ein pantheistischer Zug des Islam sichtbar, den vernunftmäßig mehr orientierte Lehrer als Spiegelung Gottes in der Seele und Verzückung, die dem Einwerden mit Gott ähnelt, beschreiben.

Vielfach organisieren sich die Derwische in Klöstern, wo sie sich ihrem geistigen Führer zu absolutem Gehorsam verpflichten und gemeinsame Andachten abhalten. Ein Keuschheitsgelübde wird nicht verlangt, so daß sich Derwischtum und Weltleben leicht vereinigen lassen. Vielfach sind die Klöster Ausgangspunkt politischer Aktivitäten geworden (Senussi-Orden in Tripolis), so daß Mustafa-Kemal-Atatürk diese Orden in der Türkei generell verboten hat.