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Islam: Geschichte

Mohammeds Tod war für seine Gemeinde ein schwerer Verlust, denn bei ihm konzentrierte sich die Macht des theokratischen Reiches. In seinem alten Freund Abu Bekr (Schwiegervater durch Aischa) hatte er einen Stellvertreter (arabisch Kalif = Nachfolger) gefunden, der bis 634 mit großem Geschick das Reich trotz Aufständen und inneren Zwiespalts zusammen hielt.
Unter seinem Nachfolger Omar setzte eine gewaltige Expansion ein, während der in kurzer Zeit Afrika, Teile des westlichen Orients, Persien, Syrien und Ägypten unterworfen wurden. Die Macht des Glaubens befeuerte dabei die Anhänger des Islams. Omar starb 644 durch den Dolchstoß eines christlichen Sklaven.
Ihm folgte Osman, ein Schwiegersohn Mohammeds, der sich um eine Sammlung des Koran Verdienste erworben hat. Seine Regierungsmaßnahmen führten zur Mißwirtschaft. 656 wurde er in seinem Hause belagert und ermordert. Die Kalifenwürde ging nun auf Mohammeds Vetter Ali (verheiratet mit Fatima, einer Tochter des Propheten) über. Ali hatte mit vielen Empörungen zu kämpfen, hinter denen Aischa, die Lieblingsfrau des Propheten stand.
Nach Alis Ermordung 661 ließ sich Moavia zum Kalifen ausrufen und begründete die Dynastie der Omajjaden, die bis 750 dauerte. Da die Anhänger Alis Moavia als Usorpator betrachteten blieben nach ihrer Meinung die Erbansprüche von Alis Söhnen Hassan und Hussein erhalten. Dadurch kam es zur Schia (Absplitterung, Partei), einer Richtung, die bis heute besteht. Hassan dankte ab und Hussein fiel bei dem Versuch, mit Waffengewalt seinen Platz einzunehmen, 680 bei Kerbela. Dieser Platz ist heute Wallfahrtsort der Schiiten. Moavia verlegte den Sitz des Kalifats von Medina nach Damaskus und schuf innere Ordnung.

Der Islam drang nun im Osten bis zum Indus vor und erzielte gegen das christliche, byzantinische Reich große Fortschritte. 711 wurde Spanien erobert. Frankreich blieb dem Islam durch die Siege Karl Martells (Siege von Tour und Poitiers) verwehrt. 749 errichteten die Abbasiden in Bagdad das Kalifat, das zu einer hohen Kulturblüte führte und bis 1258 (Eroberung durch die Mongolen) dauerte. Während des Mongolensturms flohen die Abbasiden nach Ägypten. Ihnen wurde unter dem Schutz der Mamelukken noch die Scheinwürde von Kalifen zugestanden.
1517 zog der türkische Sultan (arab. Herrscher) Selim in Kairo ein. Dabei soll ihm der letzte Abbaside feierlich das Kalifat übertragen haben. Die türkischen Kalifen wurden allmählich zu den bedeutendsten Fürsten des Islam und konnten dadurch dem Anspruch auf die Kalifenwürde Anerkennung verschaffen.

Auch Sultan Abdul Hamid, der als geistiger Oberherr unter der Herrschaft der europäischen Kolonialmächte regierte, konnte das Kalifat würdig vertreten. Nach der Absetzung dieses Herrschers (1909) kamen die Jungtürken an die Regierung. Das Kalifat wurde nun zu einem Instrument politischer Propaganda. Mustafa Kemal (Atatürk), der erste Präsident der türkischen Republik setzte 1922 den Sultan ab, das Kalifat fand 1924 sein Ende.

Während der ganzen geschichtlichen Zeit hatte sich der Islam weiter ausgebreitet. Um 1000 begann er Indien zu erobern, wo 1526 Baber ein Großmogulreich gründete. 1453 nahmen die Türken Konstantinopel ein und brachten den Balkan unter ihre Kontrolle. 1470 begann sich der Islam sich in Java auszubreiten, 1492 wurde er aus Spanien vertrieben, gewann jedoch in dieser Zeit Turkestan und den größten Teil des südlich der Sahara gelegenen Afrika.
Mit der 1947 erfolgten Teilung Indiens entstand der neue islamische Staat Pakistan, aus dem die Hindus vertrieben wurden.
Der einfache Glaube des Mohammed hat sich mit der Philosophie der jeweils eroberten Länder infiziert und im Kernland eine tiefe Mystik entwickelt. Durch das Bekanntwerden der islamischen Oberschichten mit europäischer Kultur hat sich ein islamischer Modernismus entwickelt, der eine Reform der ererbten Traditionen anstrebt. Dem zuwider laufen traditionalistische (fundamentalistische) Strömungen, die sich auf alte Gesetztesauslegungen und Bräuche berufen. Derzeit ist der Islam eine trotzt seines Alters immer noch expandierende, wenn auch in sich sehr zerissene und unterschiedlichsten Auslegungen unterliegende Religion.