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Buddhismus, Weltbild


Buddha lehnte wesentliche Aspekte der hinduistischen Philosophie ab und verneinte auch die Gültigkeit vedischer Schriften und den darauf beruhenden Opferkult.
Er wollte eine Lehre der persönlichen Verinnerlichung übermitteln, in der die Lehrautorität der brahmanischen Priesterschaft keinen Platz fand. Seine Bewegung stand allen Kasten offen, weil er den Gedanken ablehnte, dass der spirituelle Wert eines Menschen durch seine Herkunft bestimmt sei.

Ebensowenig kennt der Buddhismus einen ewigen Gott im Sinne des Christentums. Er lehnt ihn u.a. deshalb ab, weil das Leiden dieser Welt nicht mit einem allwissenden und gütigen Gott zu vereinbaren ist.

Im unendlichen Raum sind unendlich viele Welten enthalten, die von unendlich vielen Wesen bewohnt werden. Jede Welt durchläuft zyklisch Perioden des Entstehens, des Bestandes, des Vergehens und der Nichtexistenz. Nach einer Zeit der Nichtexistenz erhebt sich in dem entsprechenden Raum ein Wind, der eine neue Welt hervorbringt. Dieser Wind entsteht durch die Macht der Taten (Karma) der Wesen einer untergegangenen Welt. In der Zeit des Weltbestandes folgen 10 aufsteigende und ebenso viele absteigende Weltalter aufeinander. In ihnen verbessern oder verschlechtern sich die Zustände. Während der Abstiegsperioden treten Buddhas als Welterleuchter auf, um für Erlösung zu sorgen. Der ganze Weltprozess geht nach ewigen, kosmischen Gesetzen vor sich und ist Auswirkung der Vergeltungskausalität guter und böser Taten. Die unaufhörliche Wandelbarkeit alles Existierenden wird im Buddhismus scharf hervorgehoben.

Buddha fand diesen Kausalnexus als er sich fragte: was muss dasein, damit Altern und Sterben eintritt und was ist die Voraussetzung für eine neue Geburt. Der Kausalnexus gibt den Buddhisten eine Erklärung dafür, wie die Entstehung einer neuen Persönlichkeit ohne weiterbestehende unsterbliche Seele vor sich geht. Sie erklärt auch, warum der eine Mensch reich und glücklich, der andere arm und unglücklich ist und warum der tugendhafte mitunter leidet, während der Böse Erfolg hat. Es handelt sich nämlich um die Folgen der guten und bösen Werke in einer vorherigen Existenz. Ist alles Nichtwissen vernichtet, so sind keine karmaerzeugenden Kräfte mehr da. Es kommt dann nicht zur Entstehung eines neuen Bewusstseins, das Nirvana ist erreicht.

Die Macht, die alles regiert, ist ein ewiges, unpersönliches Weltgesetz und deren Ausdruck ist die Vergeltungskausalität aller Taten. Das Weltgesetz ist unvergänglich, ebenso wie der leere Raum und das Nirvana. Alle anderen Erscheinungen haben einen Anfang und ein Ende, sind also der Veränderung der Vergänglichkeit, dem Leiden, unterworfen. Das Nirvana (verwehen, verlöschen) ist der Zustand der Todlosigkeit (s. Leben nach dem Tod).
Erscheinungsformen des Weltgesetzes sind die Daseinsfaktoren (Dharmas), die in den verschiedenen buddhistischen Richtungen unterschiedlich interpretiert und gewichtet werden. Im wesentlichen sind dies letzte, nicht mehr reduzierbare Kräfte. An einer Persönlichkeit existieren 5 Gruppen von Dharmas:

- die Gruppe Rupa umfasst Faktoren, die als körperliche Bestandteile des Menschen und der Welt in Erscheinung treten (Farben, Töne)
- die Gruppe Vedana umfasst Gefühle (Lust, Unlust)
- die Gruppe Sangnya beinhaltet Wahrnehmungen, Vorstellungen und die Fähigkeit, diese voneinander zu unterscheiden.
- die Gruppe Sanskara enthält Triebkräfte, des geistigen und moralischen Bereichs.
- die Gruppe Vignyana enthält das Bewusstsein.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Dharmas macht das Wesen der Persönlichkeit aus. Die Dharmas sind also Eigenschaften ohne Eigentümer, Vorgänge ohne ein Substrat an dem sie sich vollziehen. Lebewesen sind ebenso wie immaterielle oder künstliche Dinge keine Dharmas sondern Kombinationen einer großen Zahl von ihnen. Die aus ihnen resultierende Persönlichkeit spiegelt uns eine beharrende Einheit vor, obwohl sich diese in körperlicher und geistiger Hinsicht unaufhörlich ändert. Obgleich also unvergängliche Geistmonaden bestritten werden, wird eine Vergeltung bejaht durch Wiedergeburten. Es bildet sich aus dem Karmastrom ein neues Wesen, das, obwohl von dem Verstorbenen verschieden, doch als Erbe seiner Werke dessen Leben fortsetzt.

Vergehen beim Tode eines Menschen seine materiellen und geistigen Bestandteile, so hört der karmabedingte Strom bewussten Lebens nicht auf. Er bildet die Grundlage für das Entstehen neuer Wesen. Der Buddhismus kennt keine Kombination von Dharmas, die ein beständiges oder eigenständig existierendes Selbst bilden. Die Elemente, aus denen das Individuum sich zusammensetzt, dürfen nicht als dauerhafte Einheit angesehen werden. Dies ist eines der Kennzeichen, die das Dasein prägt: Anatman (keine Seele). Weitere Kennzeichen sind Antya (Unbeständigkeit) und Dukkha (Leiden) in der Welt der Erscheinungen.