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Buddhismus, Symbol, Erforschung

1. Der Buddhismus hat seinen Namen vom Ehrentitel seines Begründers (Buddha: Der Erwachte, der Erleuchtete). Viele Buddhisten nehmen an, daß vor dem historischen Buddha (Gautama: aus dem Geschlecht Gotamas) oder Shakyasinha (Löwe aus dem Geschlecht der Shakyas) schon andere Buddhas erschienen sind.

2. Das Symbol des Buddhismus ist das Rad des Gesetzes, der Lehre (Dharma-tschakra). Der Beginn der Predigttätigkeit des Buddha wird als Inbewegungsetzen des Rades der Lehre begriffen. Das Sanskritwort Dharma bedeutet Gesetz oder Lehre.
Bereits bei den vorbuddhistischen Hindus und den Dschainas treten Herrscher auf, die einen Diskus oder ein Rad rollen lassen. Diese sagenhaften Könige werden als Tschakravartis (Radroller) bezeichnet. Das Rad ist ein Symbol der Sonne, die ihren Glanz verbreitet und über alle Länder rollt. Auf buddhistischen Kunstwerken sind Darstellungen des Dharma-Rades häufig. Indien führt das Rad in seinem Wappen.

Das Rad der Lehre hat nichts zu tun mit dem sogenannten Rad der Wiedergeburten (Sansara-tschakra), auf welchem die Glieder des Kausalnexus dargestellt sind, die zu immer neuen Wiedergeburten (Reinkarnationen) führen. Auch mit den tibetanischen Gebetsrädern (Gebetsmühlen) besteht keine Gemeinsamkeit. Dies sind Zaubermaschinen, die in Bewegung gesetzt werden, weil die in ihnen enthaltenen Zaubersprüche ihre segnende Kraft über die Welt ausbreiten sollen.

3. Die Erforschung des Buddhismus begann früh. Vorchristliche griechische Schriftsteller wußten bereits, daß in Indien neben der brahmanischen Lehre auch ein von Mönchen gelehrter Bhuddhismus bestand. Alexander Polyhistor notierte, daß buddhistische Mönche bis nach Persien kamen. Auch die Kirchenväter Clemens Alexandrinus, Origines und Hieronymus berichten von der buddhistischen Lehre. Während des Mittelalters wurden, soweit bekannt, keine nennenswerten Erkenntnisse über den B. gewonnen.
Am Beginn der Neuzeit erzählt Marco Polo in seinen Reiseberichten vom Buddhismus in Süd- und Ostasien. 1882 wird in London die Pali Text Society gegründet, die jährlich Textausgaben und Übersetzungen herausbringt. Anfang des 20. Jahrhunderts werden auch die noch älteren Sanskrittexte erschlossen (Poussin, Rosenberg). Besondere Verdienste um die Erforschung des B. in Deutschland erwarb sich Schopenhauer und sein Kreis, der eine Buddhistische Gesellschaft ins Leben rief.

Im 20. Jahrhundert trat der Buddhismus - besonders in Form des japanischen Zen-Buddhismus - einen Siegeszug in den westlichen Ländern an. Wegbereiter dieser Entwicklung waren nicht nur Reaktionäre und esoterische Wirrköpfe - u.a. Blavatsky und Graf Dürkheim -, sondern auch kritische Intellektuelle, wie z.B. der humanistische Soziologe und Psychoanalytiker Erich Fromm, der als Vertreter der frühen kritischen Theorie und internationaler Bestsellerautor ("Furcht vor der Freiheit", "Die Kunst des Liebens", "Haben oder Sein") neben Marcuse, Reich und Bloch zu den wichtigen Ideengebern der internationalen Studenten-bewegung gehört. Er veröffentlichte Anfang der sechziger Jahre gemeinsam mit dem bekannten Zen-Buddhisten Daisetz T. Suzuki ein Buch mit dem Titel "Zen-Buddhismus und Psychoanalyse". Fromm versuchte darin aufzuzeigen, dass die Beschäftigung mit dem Zen-Buddhismus auch für säkular denkende Menschen gewinnbringend ist. Zentrales Anliegen des Buddhismus sei die Aufhebung von Verdrängung und Entfremdung, eine von Illusionen und Selbstzweifeln befreite Sicht auf das eigene Selbst und seinem Verhältnis zur Welt. Hierin sieht Fromm die Voraussetzung für eine Weltorientierung, die dem Individuum dazu verhelfen könne, "die eigene Mitte zu finden". Entscheidend waren für den unorthodoxen Marxisten Fromm jedoch in erster Linie die politischen Konsequenzen: Der von Buddha angestrebte "Mittlere Pfad", der auf eine Überwindung von Gier und Sucht abzielt, erschien ihm als notwendiges Gegenprinzip zum kapitalistischen Konsumzwang. Vor allem in seinem Spätwerk "Haben oder Sein" stellte Fromm diesen Konsumzwang als zentrale Ursache für viele sozialen und ökologischen Probleme unserer Zeit heraus. Über die Buddhismus-Interpretation Fromms lässt sich streiten: Fromm fokussiert auf die Elemente des Buddhismus, die seinem eigenen Denkansatz entsprechen. Widersprüche werden elegant umgangen.
Bemerkenswert ist auch ein Beitrag aus dem französischen Sprachraum: Der Psychiater Hubert Benoit bemüht sich um ein psychologisches Verständnis des Vorganges der "Erleuchtung". Er sieht den Zen-Buddhismus philosophisch stark unter existenzialistischen Gesichtspunkten an.