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Theagenes
von Rhegion ~ 550 vuZ
Auszug aus: Scholien B zur Ilias
Die Lehre von den Göttern überhaupt betrifft
das Schädliche und ebenso das Unziemliche. Denn er (Porphyrios ?)
behauptet, daß die Mythen von den Göttern unziemlich seien.
Gegenüber solchem Urteil suchen die einen auf Grund des Wortlautes
(?) eine Lösung der Schwierigkeit in der Meinung, daß alles
allegorisch gesagt sei von der Natur der Elemente, so z.B. bei den (feindlichen)
Begegnungen der Götter. Sie behaupten, daß ja auch das Trockene
mit dem Feuchten und das Warme mit dem Kalten kämpfe und das Leichte
mit dem Schweren. Auch habe das Wasser die Fähigkeit, das Feuer auszulöschen,
das Feuer die, das Wasser austrocknen zu lassen.Und ebenso liege sämtlichen
Elementen, aus denen das Weltall bestände, ein Gegensatz zugrunde,
und teilweise unterliege dieses auf einmal dem Untergang; das Ganze aber
bleibe in Ewigkeit. Schlachten aber lasse der Dichter stattfinden, indem
er das Feuer Apollon und Helios wie auch Hephaistos nenne, das Wasser
Poseidon und Skamandros, den Mond Artemis, die Luft Hera u. dgl. In ähnlicher
Weise gebe er zuweilen auch geistigen Eigenschaften und Zuständen
Namen von Göttern; so sage er für die Einsicht Athene, für
den Unverstand Ares, für die Begierde Aphrodite, für die Vernunft
Hermes .... Diese Art der Rechtfertigung (des Dichters) ist uralt; sie
stammt von Theagenes von Rhegion, der zuerst über Homer geschrieben
hat ...
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