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Polybios ~ 200 - 120 vuZ
Lebensdaten

Polybios war hellenistischer Schriftsteller und Geschichtstheoretiker aus Megalopolis, auf der Insel Peloponnes. Er entstammte einer vornehmen Familie. Als Sohn des Strategen Lykortas stand er seinem Vater in verschiedenen politischen und militärischen Funktionen zur Seite. Nach der Eroberung Makedoniens durch die Römer im Jahr 168 vuZ wurde er zusammen mit etwa tausend Angehörigen aus der achaiischen Führungsschicht als Geisel nach Rom gebracht. Er kam in das Haus des römischen Feldherrn Lucius Aemilius Paulus und wurde Erzieher seiner beiden Söhne. Mit dem Jüngeren, der später als Scipio Africanus der Jüngere (185-129 vuZ) von der Familie der Scipionen adoptiert wurde, verband ihn bald eine enge Freundschaft. Dadurch entstand in ihm der Wunsch, ein Werk über Rom zu schreiben, das voller Bewunderung für die neue Weltmacht war.

Als der römische Senat 151 v. Chr. den überlebenden achaiischen Geiseln 16 Jahre nach ihrer Verschleppung nach Italien die Rückkehr nach Griechenland gestattete, kehrte Polybios zunächst in seine Heimat zurück. Später schloß er sich wieder Scipio an und wurde dessen militärischer Berater im dritten Punischen Krieg. Er nahm an dessen Afrikafeldzug teil und erlebte die Eroberung Karthagos 146 vuZ mit, die das Ende der Punischen Kriege bedeutete. Bei Ausbruch des Krieges zwischen den Achaiern und Römern ging Polybios nach Griechenland zurück, wo er seinen Einfluß nutzen konnte, um später bei den Römern günstige Bedingungen für seine bezwungenen Landsleute auszuhandeln.

Im Kreis um Scipio begegnete er vermutlich dem Philosophen Panaitios (180-110 vuZ). Panaitios war der Begründer der Mittleren Stoa. Er gehörte zusammen mit Polybios und anderen dem Scipionenkreis in Rom an und beeinflußte Cicero in seiner Schrift "De officiis".

Den Rest seines Lebens widmete Polybios der Schriftstellerei.

Polybios war auch ein genialer Erfinder. Er entwickelte im Krieg Techniken der Nachrichtenübermittlung, indem er sich Kombinationen aus Feuerzeichen und mit Wasser gefüllten Tongefäßen ausdachte. Etwas später erfand er dann das "Morsen mit Fackeln", wobei er Feuerzeichen mit Buchstabentafeln verband. Polybios war in der Lage über lange Distanzen Informationen schnell, zuverlässig und zudem codiert zu übermitteln.

Für Polybios war Frieden das größte Gut, das die Menschheit von den Göttern erhoffen konnte. Jedoch verstand er darunter nicht Frieden um jeden Preis. Er galt als Pragmatiker und Rationalist. Seine Ansicht war, dass die Götter nur gerufen werden, wenn die Menschen nicht mehr weiter wissen. Polybios gehörte zu diesen Menschen nicht. Er verstand sich als "Grieche in Rom" auf dem Gebiet der Kriegstaktik und der Nachrichtentechnik. Kommunikation war schon damals eine Voraussetzung der Macht und Herrschaft.