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Plinius der Jüngere
Epistulae 8.19, Plinius und die Bücher
An Maximus
1
Freude und Trost finde ich in den Wissenschaften, und nichts ist so erfreulich,
daß es mehr Freude spenden könnte als sie, nichts so traurig,
was nicht durch sie weniger traurig würde. So habe ich mich denn,
geängstigt durch die schwankende Gesundheit meiner Frau und die gefährliche
Erkrankung meiner Leute - einige sind sogar gestorben - zu dem einzigen
Linderungsmittel des Kummers, zu den Studien geflüchtet, die dazu
führen, daß ich Unglücksfälle zwar tiefer fühle,
aber auch geduldiger ertrage.
2
Nun pflege ich alles, was ich zu veröffentlichen gedenke, vorher
dem Urteil von Freunden, vor allem dem Deinigen zu unterwerfen. Darum
widme Deine Aufmerksamkeit, wenn je, jetzt dieser Schrift, die Du zusammen
mit diesem Briefe erhälst; ich befürchte nämlich, infolge
meiner trüben Stimmung selbst nicht recht bei der Sache gewesen zu
sein. Gebieten konnte ich meinem Schmerz, mich schreiben zu lassen, aber
unbeschwerten, frohen Gemüts schreiben, das konnte ich nicht. Und
wie die Studien Freude erzeugen, so fördert Heiterkeit die Studien.
Leb' wohl!
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