|
|
Plinius der Jüngere
Epistulae 2.9 Bewerbung Sextus Erucius
Die Bewerbung meines Sextus Erucius macht mir Angst und beunruhigt mich.
Ich werde in einen Zustand der Sorge versetzt und die Besorgnis, die ich
für mich nicht erfuhr, ertrage gleichsam für mein zweites Ich;
und andernfalls wird mein Schamgefühl, mein Ruf und meine Würde
in Gefahr gebracht. Ich (erreichte) für Sextus von unserem Kaiser
den breiten Purpurstreifen, ich erreichte (für ihn) das Quästoramt,
durch meine Stimme gelangte er zum Recht sich um den Tribunat zu bewerben,
wenn er allerdings diesen im Senat nicht erlangt, fürchte ich, dass
ich den Kaiser betrogen zu haben scheine. Daher muss ich mich bemühen,
dass ihn alle so beurteilen, wie mir der prinzeps glaubte, dass er sei.
Wenn dieser Grund meinen Eifer nicht anstachelte, würde ich dennoch
wünschen, dass der Jüngling, der sehr anständig, sehr ernst,
sehr gebildet, schließlich jedes Lobes sehr gewürdigt und zwar
mit der ganzen Familie unterstützt ist. Denn sein Vater ist Erucius
Clarus, ein ehrwürdiger, alter, redegewandter und im Führen
von Prozessen geübter Mann, die er mit größter Zuverlässigkeit,
ebensolcher Beständigkeit und nicht mit geringster Zurückhaltung
verteidigt. Er hat C. Septimus als Onkel, im Vergleich zu dem ich nichts
Wahrhaftigeres, nichts Ehrlicheres, nichts Redlicheres, nichts Treueres
kennengelernt habe. Alle lieben mich um die Wette und dennoch gleichmäßig,
allen kann ich jetzt durch einen (Menschen) Dank abstatten. Daher drücke
ich den Freunden die Hand, bitte demütig, werbe, besuche die Häuser
und öffentliche Plätze, erprobe durch Bitten, wieviel ich entweder
durch Ansehen oder durch persönlichen Einfluß vermag; und ich
bitte dich inständig, dass es der Mühe wert erachtest irgendeinen
Teil meiner Last auf dich zu nehmen. Ich werde Gleiches mit Gleichem vergelten,
wenn du zurückfordern wirst, ich werde Gleiches mit Gleichem vergelten
auch wenn du nicht zurückfordern wirst. Du wirst geschätzt,
verehrt, häufig besucht: zeige nur, dass du willst und es werden
nicht (diejenigen) fehlen, die wünschen was du willst.
Leb wohl.
|