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Plinius der Jüngere
Epistulae 1.15, Eßkultur
An Septicius
1
Was soll das heißen? Du sagst Dich zum Essen an und kommst nicht!
Hier Dein Urteilsspruch: Auf Heller und Pfennig wirst Du mir die Unkosten
ersetzen, und die sind nicht gering!
2
Ich hielt pro Person einen Kopf Salat bereit, drei Schnecken, zwei Eier,
Griespudding mit Honigseim und Schnee - auch den wirst Du einrechnen müssen,
ja, den besonders; er zergeht auf dem Tablett -, Oliven, Mangold, Gurken,
Zwiebeln und tausenderlei nicht weniger leckere Dinge. Du hättest
Komödianten, einen Rezitator oder Lautenschläger zu hören
bekommen oder, spendabel wie ich bin, alle drei.
3
Aber Du wolltest wer weiß wo lieber Austern, Sautaschen, Seesterne
und Gaditanerinnen. Das sollst Du büßen, ich sage nicht, wie!
Es war nicht hübsch von Dir, und Du hast viel verdorben, ob Dir,
weiß ich nicht, auf jeden Fall mir, aber gewiß doch auch Dir.
Wie hätten wir gescherzt, gelacht, uns gebildet unterhalten!
4
Du kannst bei manchem leckerer speisen, nirgends so heiter, so schlicht,
so unbefangen. Aber meinetwegen versuch' es, und wenn Du Dich hernach
nicht lieber bei andern entschuldigst, kannst Du Dich bei mir gleich ein
für allemal entschuldigen!
Leb' wohl!
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