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Plinius der Jüngere

Epistulae 10.2, Plinius und das Dreikinderrecht

An Kaiser Trajan

1
Mir fehlen die Worte, Herr, um auszudrücken, welche Freude Du mir damit gemacht hast, daß Du mich des Dreikinderrechts für würdig befunden hast. Gewiß habe ich diese Gnade ja der Fürsprache des trefflichen, Dir herzlich ergebenen Iulius Servianus zu danken, doch meine ich aus Deinem Erlaß entnehmen zu dürfen, daß Du ihm seine Bitte um so lieber gewährt hast, weil er für mich bat.

2
So glaube ich denn am Ziel meiner Wünsche zu sein, wo Du mir gleich zu Beginn Deiner segensreichen Regierung gezeigt hast, daß ich auf Deine besondere Huld rechnen darf. Um so mehr wünsche ich mir jetzt Kinder, die ich sogar in jenen trostlosen Zeiten gern gehabt hätte, wie meine zweimalige Verheiratung Dir bezeugen kann.

3
Aber die Götter haben es besser gefügt, daß sie alles Deiner Güte vorbehalten haben, und es ist mir selbst lieber, wenn ich jetzt Vater werde, wo ich es in Glück und Frieden sein kann.