|
|
Musaios ~ 600 vuZ
Textauszüge:
Aus: Diogenes Laertius
Bei den Athenern ist Musaios beheimatet ...., und man erzählt, daß er
der Sohn des Eumolpos sei. Er habe aber zum erstenmal eine "Theogonie" und
eine "Sphaira" gedichtet, und er behauptete, daß alle Dinge aus
einem einzigen (Urgrund) entstanden seien und sich (dereinst) wieder in diesen
auflösten.
Aus: Scholien zu Pindar, Olympien
In der Dichtung des Musaios wird erzählt, daß Palamaon das Haupt des
Zeus gespalten habe, als dieser die Athene hervorbringen wollte.
Aus: Philodem, Von der Frömmigkeit
In gewissen Gedichten wird erzählt, daß alle Dinge aus der Nacht und
dem Tartaros hervorgegangen seien; in andern dagegen heißt es, aus dem
Hades und dem Äther. Der Verfasser der Titanomachie aber sagt, aus dem Äther,
während Akusilaos behauptet, daß die Dinge zuerst aus dem Chaos entstanden
seien. Dagegen heißt es in den Dichtungen, die man dem Musaios zuschreibt,
zuerst seien Tartaros und die Nacht dagewesen.
Aus: Theophrast, Pflanzengeschichte
Und wie man sagt, ist das Tripolium nach Meinung des Hesiod und Musaios zu
jedem guten Dinge nütze; daher graben auch die Leute nachts danach,
wobei sie unter einem Zelte kampieren.
Aus: Pausanias
Die Athener sind darin einig, daß die Niederlage bei Aigospotamoi ihnen
unverdientermaßen widerfahren sei, Sie wären nämlich für
Geld von ihren Feldherren verraten worden; Tydeus und Adeimantos seien diejenigen,
die Geschenke von Lysander angenommen hätten. Und zum Beweise für
ihre Behauptung führen sie den Orakelspruch der Sibylle an. Für das
Weitere aber führen sie das Orakel des Musaios an: "Denn gegen die
Athener zieht ein wildes Gewitter herauf, dank der Niedertracht ihrer Führer.
Doch wird ein gewisser Trost dabei sein: sie werden ja freilich die Stadt genug
zum Sinken bringen, aber auch dafür büßen.
|