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Leukipp
Textauszug: Weltbildung
Aus: Diogenes Laertius
Leukippos lehrt, daß die Welten entstünden, indem Körper
(Atome) in den leeren Raum stürzten und sich miteinander verflöchten.
Und infolge der Bewegung entstünde zufolge ihrem Wachstum die Substanz
der Gestirne ... Das All sei unendlich; von ihm sei der eine Teil voll
(von Substanz),
der andere leer. Diese (Teile) nennt er auch Elemente. Und die Welten
aus ihnen seien unzählige und lösten sich (dereinst) wieder
in sie auf. Die
Welten aber entstünden folgendermaßen: es bewegten sich infolge
von Losreißung
aus dem Unendlichen viele Körper von Gestalten aller Art in einem
riesigen leeren Raum. Diese ballten sich zusammen und bewirkten (so)
eine einzige
Wirbelbewegung. Infolge dieser stießen sie (aneinander) und wie
sie auf alle mögliche
Weise herumgewirbelt wurden, da sonderte sich für sich das Gleiche
zum Gleichen. Da sie aber infolge ihrer Masse nicht mehr im Gleichgewicht
herumwirbeln konnten, entwichen die feinen (Teilchen) von ihnen in das
äußere Leere, gerade als ob sie durchgesiebt würden;
die übrigen aber
blieben zusammen und, miteinander verflochten, eilten sie zusammen miteinander
dahin und bildeten eine erste kugelförmige Zusammenballung. Diese
umfaßte
in sich wie eine Haut allerlei Körper. Wie diese nun infolge des
Widerstandes der Mitte herumkreisten, wurde die umgebende Haut dick,
da infolge der
Berührung mit dem Wirbel die einander benachbarten Massen andauernd
zusammenströmten. Und so sei die Erde entstanden, indem die zur
Mitte getriebenen Massen zusammenblieben. Andererseits wuchs die umschließende
Haut selber infolge der weiteren Zuströmung der von außen
kommenden Körper.
Und selber durch den Wirbel herumgerissen, ergriff sie von allem, was
sie berührte, Besitz. Von diesen Massen verflochten sich einzelne
miteinander und bildeten eine zusammengeballte Masse, die zuerst feucht
und schlammig war; als sie aber getrocknet waren und mit dem Wirbel des
Ganzen zusammen herumkreisten, da wurden sie glühend und bildeten
die Substanz der Gestirne.
Es sei aber der Kreis der Sonne der äußerste, der des Mondes
dagegen der Erde am nächsten, während die anderen Gestirne
zwischen diesen beiden wären. Und sämtliche Gestirne seien
infolge der Schnelligkeit ihrer Bewegung glühend; die Sonne aber
würde
auch von den Gestirnen in glühenden Zustand
versetzt. Der Mond dagegen habe nur wenig Anteil am Feuer. Es würden
aber Sonne und Mond verfinstert .... (Die schiefe Lage des Tierkreises
aber sei dadurch erfolgt), daß sich die Erde nach Süden neigte.
Die nördlichen
Gegenden aber hätten dauernd Schnee, Kälte und Frost. Und die
Sonne verfinstere sich selten, der Mond dagegen beständig, weil
ihre Kreise ungleich wären.
Und wie es Entstehung der Welt gäbe, so gäbe es auch ihr Wachstum, Dahinschwinden
und Untergang, infolge einer gewissen Notwendigkeit; welcherart aber
diese ist, macht er nicht klar.
Unzählige Welten
Aus: Simplicius zu Aristoteles, Vom Himmel
Leukippos und Demokrit behaupten, daß sich unzählige Welten in dem unendlichen
Leeren aus zahllosen Atomen bildeten.
Weltgeschehen
Leukippos sagt, alles geschähe infolge einer Notwendigkeit, die identisch
sei mit dem Verhängnis. Er sagt nämlich in seiner Schrift "Vom Geist" "Nichts
geschieht von selbst, sondern alles infolge eines begreiflichen Grundes
und unter dem Druck der Notwendigkeit."
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