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Gregor von Nazianz (329 – 389)
Lebensdaten

Rein äußerlich ist das Leben des Gregor von Nazianz in vielem mit Basilius dem Großen vergleichbar: auch Gregor wird in Kappadozien als Kind reicher, christlicher Großgrundbesitzer geboren, auch er studiert in Athen, auch er wird im Geist der griechischen Kultur erzogen, auch er entschließt sich zum asketischen Leben, auch er wird schließlich Bischof. Basilius und Gregor sind Altersgenossen, sind eng befreundet –aber eine Gemeinsamkeit der Charaktere besteht nicht. Gregor von Nazianz ist ein Rhetor, Literat, in späteren Jahren sogar Poet, eine weiche, lyrische Natur, die vor jeder praktischen Entscheidung zurückscheut und die scheitert, wenn sie doch aus Ehrgeiz und dem Wunsch nach Anerkennung eine öffentliche Aufgabe in der Kirche übernimmt. Schwierigkeiten versteht Gregor nicht zu meistern; er tritt sogar von seinem Bischofsamt zurück, als er merkt, daß er sich nicht durchsetzen kann. Seine Stärke liegt in der Rhetorik. Seine Reden sind stilistisch geschliffene Meisterwerke im Stile seiner Zeit, fast immer von persönlichen, oft ich-bezogenen Äußerungen durchzogen. Er reflektiert in den Predigten seinen eigenen Charakter, seine eigenen Verfehlungen und Mängel, denn es erscheint ihm wichtig, »mit dem eigenen Ich und mit Gott Zwiesprache zu pflegen und jenseits der sichtbaren Dinge sein Leben zu leben«.