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Nachwort: Wider das philosophische Kauderwelsch

Zu Unrecht gilt Philosophie als eine undurchschaubare Angelegenheit. Was im folgenden zu beweisen wäre:

Furcht vor der Philosophie stammt von den vielen -ismen und -täten, d.h. sprachlich ist vieles schwer verständlich. Auch gestandenen Philosophen geht es gelegentlich wie dem Laien, die Sprache ist ihm zu geschwollen.

Der große Philosoph Karl R. Popper hat seine Unterhaltung mit den Philosophen Adorno und Habermas eingestellt, weil ihm deren Ausdrucksweise sehr schwülstig und unklar war. In einer Abhandlung gegen die großen Worte schreibt Popper im Hinblick auf Habermas und Adorno folgendes:
"Mich drängt's, den Grundtext aufzuschlagen, mit redlichem Gefühl einmal das heilige Original in mein geliebtes Deutsch zu übertragen (Goethe, Faust)".
Nun zitiert Popper Adorno, Habermas und seine eigene Übersetzung:

 
Habermas zitiert Adorno:   Poppers Übersetzung:
Die gesellschaftliche Totalität führt kein Eigenleben oberhalb des von ihr Zusammengefaßten, aus dem sie selbst besteht.

  Die Gesellschaft besteht aus den gesellschaftlichen Beziehungen.
Sie produziert und reproduziert sich durch ihre einzelnen Momente hindurch.

  Die verschiedenen Beziehungen produzieren irgendwie die Gesellschaft.
System und Einzelheit sind reziprok und nur in der Reziprozität zu verstehen.

  Keine der gesellschaftlichen Beziehungen kann ohne die anderen verstanden werden.
Nun Prof. Habermas selbst:    
Adorno begreift die Gesellschaft in Kathegorien, die ihre Herkunft aus der Logik Hegels nicht verleugnen.

  Adorno verwendet eine an Hegel erinnernde Ausdrucksweise.
Er begreift die Gesellschaft als Totalität in dem streng dialektischen Sinne, der es verbietet, das Ganze organisch aufzufassen. Nach dem Satz: Es ist mehr als die Summe seiner Teile.

  Er sagt daher nicht, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.
Theorien sind Ordnungsschemata, die wir in einem syntaktisch verbindlichen Rahmen beliebig konstruieren.
  Theorien sollten nicht ungrammatisch formuliert werden, ansonsten kannst du sagen, was du willst.
Sie erweisen sich für einen speziellen Gegenstandsbereich dann als brauchbar, wenn sich ihnen die reale Mannigfaltigkeit fügt.

  Sie sind auf ein spezielles Gebiet dann anwendbar, wenn sie anwendbar sind.

Dazu bemerkt Popper aus Goethes "Faust" :
"Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen."

"Und wer nicht denkt, dem wird sie geschenkt, er hat sie ohne Sorgen".