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Wolfram von Eschenbach Ursprinc bluomen, loup
ûz dringen Der bliclîchen bluomen glesten Mîn sanc wil genâde suochen Werdez wîp, dîn süezin güete Neuhochdeutsch: Das Sprießen der Blumen, das Hervordrängen des Laubes und die Maienluft verwenden die alten Vogelmelodien. Ich kann bisweilen Neues singen, während noch der Reif liegt, edle Frau, wenn auch alles ohne deinen Lohn. Von den Waldsängern und ihrem Gesang hörte nach des Sommers Mitte keines Menschen Ohr mehr etwas. Der leuchtenden Blumen Glänzen, wo immer sie stehen, werden die Tautropfen verklären. Die lieben Vögel mit ihren hellen Stimmen, sie wiegen den ganzen Mai hindurch mit Gesang ihre Kinder. Damals schlief die Nachtigall nicht. Jetzt bin ich wieder munter und singe auf dem Berge und im Tal. Mein Lied verlangt Erhörung von dir, herrliche Frau: jetzt hilf, da Hilfe nötig geworden ist. Dein Lohn soll dem Dienst entsprechen, den ich dir immer darbringe und darbringe bis an meinen Tod. Lass mich von dir den Trost empfangen, damit ich von meinen langen Klagen erlöst werde. Edele Frau, deine süße Güte und dein lieblicher Zorn hat mir viel Freude verwehrt. Willst du mein Gemüt erheitern? Denn ein helfendes Wort von dir macht mich ohne Mühe gesund. Wende meinen Trübsinn, so dass ich hochgemut werde für mein ganzes Leben. |