|
|
Vergil (Publius Vergilius Maro)
70 - 19 vuZ
Lebensdaten
Vergil war der Nationaldichter des Imperiums Romanum.
Geboren am 15.10. 70 vuZ bei Mantua, gestorben zur Weltund starb 19 vuZ
nachdem er schwer erkrankt von einer Studienreise aus Griechenland zurückgekehrt
war.
Er studierte in Brundisium Rhetorik und Philosophie. Im Literatenkreis
um Maecenas und lernte er Augustus kennen. Vergil stand fortan in dessen
Gunst. .
Er fand später Aufnahme in den Kreis des Maecenas.
Von nun an lebte er in gesicherten Verhältnissen, meistens in Süditalien.
Er mied die Öffentlichkeit. Seinem Förderer Maecenas widmete
Vergil seine nächste Dichtung, die Georgica, ein in vier Büchern
angelegtes Lehrgedicht vom Landbau, das er bis 29 vuZ schrieb. Dann begann
er die Arbeit an seinem Hauptwerk, der Aeneis. Er entwarf den ganzen Stoff
zunächst in Prosa, verteilte ihn auf zwölf Bücher und dichtete
dann nach Belieben Abschnitt für Abschnitt. So entstanden innerhalb
dieses Epos in sich fast geschlossene Kleinepen. Dies sind insbesondere
das 2., 4. und 6. Buch, die der Dichter dem Kaiser bereits i. J. 23 vuZ
vortragen musste.
Weil er die Aeneis nicht zu seiner Zufriedenheit hatte
vollenden können, wünschte er, dass das Manuskript vernichtet
werde. Augustus verhinderte dies.
Die bekanntesten Werke:
Die Aenaeis
Vergils Ruhm als bedeutendster Dichter des alten Rom begründet sich
in erster Linie auf sein großes Nationalepos "Aeneis",
worin er in zwölf Büchern die Irrfahrten und Heldentaten des
Aeneas, des Stammvaters der Römer, nacherzählt und auf die künftige
Größe des römischen Volkes hinweist. Die "Aeneis"
vereinigt in sich alle Elemente des mythologischen und historischen Epos
und weist Vergil als vollendeten Meister der römischen Kunstpoesie
aus.
Die Eklogen
Unter dem Einfluss der Neoteriker hatte sich Vergil in den Eklogen einen
hellenistischen Dichter zum Vorbild gewählt, nämlich Theokrit
aus Syrakus (3. Jh. vuZ). Von diesem übernahm er nicht nur die Form
der Gedichte (Hirtenlieder, die im Einzel- oder Wechselgesang vorgetragen
wurden), sondern sogar Hirtennamen und viele wörtliche Entlehnungen.
Dennoch schuf Vergil etwas Neues. Anders als sein literarisches Vorbild
zeichnet er nämlich nicht ein ruhiges, heiteres Landleben, sondern
voller Schwermut seine eigene Erlebniswelt mit der Not und dem Leid der
Zeit. Als i. J. 40 vuZ die Lage des Reiches besonders verzweifelt erschien,
kündigte er in der 4. Ekloge die Geburt eines göttlichen Jungen
an, mit dem ein Reich des Friedens und der Freiheit, ein goldenes Zeitalter,
beginnen werde. In diesem Kinde sahen Christen später gern den Messias.
Vergil hoffte also auf eine bessere Zukunft Roms. Aus dieser Hoffnung
ist seine frühe Hinwendung zu Octavian zu erklären.
Die Georgica
Zur Gestaltung dieses Lehrgedichts hat Vergil die Fachliteratur der Römer,
ferner ein griechisch-hellenistisches Lehrgedicht mit dem gleichen Titel
genutzt. Stark ist auch der dichterische Einfluss des Lukrez zu spüren,
obwohl Vergil mit den Georgica eine dem Lukrez entgegengesetzte Absicht
verfolgt.
Die Eigenart des Lehrgedichts hat er nur bis zu einem gewissen
Grade bewahrt. Im 1. Buch behandelt er den Ackerbau, im 2. den Obstanbau
und den Weinbau, im 3. die Viehzucht, im 4. die Imkerei. Dabei lag ihm
die dichterische Gestaltung mehr am Herzen als die sachliche Belehrung.
Die Absicht des Dichters dringt vor allem in den sog. Exkursen durch,
so z. B. in dem Lob Italiens (2, 136-176) und in der Verherrlichung des
Landlebens (2, 458-510). Die Schilderung des Bienenstaates schließlich
soll über den vordergründigen Sinn hinaus Gleichnis sein dafür;
dass die Herrschaft des Augustus, der Prinzipat, gottgewollt und natürlich
sei.
|