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Laotse

 
Auslöser für dies Gedicht


Mob der Vergangenheit

Motto: Ein garstig Lied, pfui, ein politisch Lied! (Goethe, Faust I)
Nach der Melodie: Wer hat die Kokosnuss geklaut

Lotos ahnst Du wie mich's freut
dieses hier zu lesen heut'?
Auch Logins dichterische Stärke
bekommt ganz gut dem Wossi-Werke!

Doch es hat, wer will's bestreiten,
jedes Ding nun mal zwei Seiten.
Du siehst hier die Seite Ost
und ziehst Resümè: Na Prost!
Ich bin in der Hinterhand
kämpfend für das Wessi-Land.

Wahrhaft selig, scheint mir, war
Ossi-Land, so wunderbar.
Und mit Recht man es auch hiess:
Unser Bauern-Paradies!

Wenn ich Dich berichten höre
ziehe ich daraus eine Lehre.
Warum, frag' ich mich gedehnt,
hat man es nicht abgelehnt,
sich mit Ostens zu vereinigen,
um auch dort die Leut' zu peinigen?

Warum mußten, frag' ich, siegen
Bananen über Republiken?
Warum mußt' die Mauer fallen,
wenn die Wessis jetzt rumschwallen
wo früher was gegolten hat
Honni‘s Rat und Mielkes Tat!

Warum nahm man ohne Not
der Jugend Ideal und Gott!
Warum fiel zum Opfer nur
die liebe "Firma" dieser Kur?
Sport und Anabol-Athleten
ging samt Unternehmen flöten.

Lang' ist diese heikle Liste
doch Bananen in der Kiste
lockten, ja so ist das halt,
unsre Ossis aus dem Wald!

Wenn ich mich noch recht bedenke
lockten früher West-Geschenke,
Bürger dieser DDR,
denn sie wollten davon mehr!

Also machten auf den Straßen,
wo sonst schnelle Trabbies rasen,
diese Leute Lichterketten,
wollten sich nach Westen retten.
Über Tschechien und auch Ungarn.
Das schien besser als das Hungern
nach ein bißchen Tropensonne
und der großen Reisewonne!

Ein kleines bisschen Honni schmollt:
Ein neues Volk er wählen sollt!
Doch als die Führung sich beraten,
wie zu ahnden solche Taten,
kam der kluge Krenz darauf:
„Machen wir die Grenzen auf.
Laßt uns Brüder nicht verzagen
Und auch freie Wahlen wagen.
Dabei schummeln wir am Besten!“
(wie's geschehen ist in Dresden!
Modrow lacht über die Dummen,
dafür durft' er hernach "brummen".)

Und am Ende wird geplant,
was ein jeder bald schon ahnt.
Die Führung, die verkauft das Land
wie Marktfrau‘n am Gemüsestand.
Wir wissen aus den Stasi-Akten:
Das sind noch längst nicht alle Fakten!
Denn jeder fragt und kratzt das Kinn:
„Wo kam’s Parteivermögen hin?“

Ich erinnere mich noch als
'ne Freundin mir fiel um den Hals,
Und ich hör' sie heut‘ noch sagen:
„So! Jetzt müßt ihr uns ertragen!"
Des ganzen Zwischenspieles Ende
bestand dann in der großen Wende.

Die DM kam - und sie war hart,
Die Leute kauften wie vernarrrt.
Und wenig nur begriffen haben
daß von den vielen guten Gaben,
wie's auf der Welt nun einmal geht,
rein gar nichts zum Verschenken steht!

Da hebt ein lautes Jammern an,
betrogen und getäuscht sei man!
Der alte Konsum war gemütlich,
man tat sich auch an Äpfeln gütlich.
Gesetze setzten früher Schranken!
Und niemand überfiel die Banken!
Dabei vergißt man ganz und gar,
dass dort ja nichts zu holen war!
Kurzum die ganzen lieben Leut
Sie klagen "Gute alte Zeit"!

Dennoch .... da gibt es einen Punkt,
nicht nur für den, der gerne unkt.
Durch Wegfall aller Konkurrenzen
kann’s Kapital jetzt einsam glänzen!
Wir denken oder wissen es:
Das wird für Oss'- und Wessis bös'!

Im ganzen Laufe der Geschichte
sprachen, dann Unrecht die Gerichte,
erglühten dann die Scheiterhaufen,
dann musste man ums Leben laufen,
dann waren alle Beutel leer,‘
wenn nur noch einer war der Herr!

Belebt es auch den Kampfesmut:
Wer findet denn schon Kriege gut?
Und schafft's auch Privilegien vielen:
Die Armut andrer wird's erzielen!
Und besser als der Höflingsstress
ist's, wenn ein trocknes Brot ich ess!
‘s ist schlimm, wenn alles, wo man schaut,
nur auf den einen Grossen baut!
Zu sowas sagt in der Natur
man nur das Wort: Monokultur!
Ich denk' wir finden solchen Herrn
im International-Konzern!

Der Moloch wächst! Man wird erleben,
dass uns're Kinder davor beben!
Deshalb: Nicht auf das Ruhekissen!
Vielmehr es werden kommen müssen,
die Leute die dem Treiben wehren
und einen neuen Marx verehren.
Doch keinen der mit Illusion
aus Lehm und Ziegeln, Sand und Ton
sich einen Scherbenhaufen zimmert,
in dessen "Gulag" mancher wimmert!

Nein, es sei einer, der mit Kraft
gerechte Weltenordnung schafft!
Ich frag Dich: Habt Ihr denn so einen?
Ich glaube nicht! Doch will mir scheinen:
Den bäten alle schnell zum Thron,
Wofern sie nicht, zu träge schon,
die Freiheit gäben für ein Brot!
Das freilich wär der Freiheit Tod!
Und weißt Du einen, sag mir‘s nur,
ich schau' mir an des Ochsen Spur!


So, dafür werd ich Prügel kriegen!
Doch nur von Schafen und von Ziegen.
Denn immer der, der gerne meckert,
auch seinen Nachbarn gern bekleckert!