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Spee von Langenfeld Friedrich

Lob Gottes

O reines Jahr, o schöner Tag,
o spiegelklare Zeiten:
Zur Sommerlust nach Winterklag
Wird uns der Frühling leiten.
Die Vögleich zart in großer Meng
Busch, Heck und Feld durchstreifen.
Die Nester sind ihn’ schon zu eng,
die Luft klingt voller Pfeifen.
O Gott, ich sing von Herzen mein:
Gelobet muß der Schöpfer sein!

Die Blümlein, schau, wioe treten s’an
Und wunderschön sich arten:
Violen, Rosen, Tulipan,
die Kleinod stolz im Garten,
Jacynten und Gamanderlein,
dann Safran und Lavendel,
auch Schwertlein, Lilien, Nägelein,
Narziß und Sonnenwendel!
O Gott, ich sing von Herzen mein:
Gelobet muß der Schöpfer sein!

Wer treibet aus Getreid und Gras,
wer locket s’ an die Sonnen?
Weils in der Erd verwirret saß?
Wer hats hinausgesponnen?
Wer schärft den Ähren ihre Spitz?
Wer tut die Körnlein zählen,
wo nehmens doch die Kunst und Witz,
dass s’nie der Art verfeheln?
O Gott, ich sing von Herzen mein:
Gelobet muß der Schöpfer sein!

Drum lobet ihn, ihr Menschenkind
Bei nun so schönen Zeiten;
All Traurigkeit nun schütt’ in Wind,
spannt auf die besten Saiten!
Auf Laut’ und Harfen tastet frei,
stimmt an die süßen Geigen;
mit reiner Stimm und Orgelschrei
tut ihm all Ehr erzeigen!
O Gott, ich sing von Herzen mein:
Gelobet muß der Schöpfer sein.