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Spee von Langenfeld Friedrich 1591-1635
Lebensdaten

Dichter, Jesuit und Priester, Bekämpfer des Hexenwahns, bedeutendster katholischer Barocklyriker. Verfasser der "Cautio criminalis" (s.u.). Geboren am 25.02.1591in Kaiserswerth bei Düsseldorf, gestorben am 07.08.1635 in Trier.

1610 Eintritt in den Jesuitenorden, 1621 Priesterweihe. Er lehrte als Professor in Paderborn, Köln und Trier und wurde 1627/28 nach Würzburg beordert, um den zum Tode verurteilten "Hexen" die Beichte abzunehmen.

Spee, der Frauen weniger abschätzig betrachtete als seine Zeitgenossen, hatte die Mechanismen der Hexenverfolgung erkannt. Das Hauptübel war die Folter, denn die Gepeinigten, die in ihrer Not alles gestanden, mußten stets weitere Namen nennen. Als 1629 ein Attentat auf ihn verübt wurde, von dessen Folgen er sich einige Monate erholen mußte, schrieb er in dieser Zeit seine flammende Anklage gegen den Hexenwahn, die "Cautio Criminalis", eine Streitschrift gegen die Hexenverfolgung. Sie war aufgrund eigener seelsorgerischer Erfahrungen mit Frauen angeregt, die als Hexen verurteilt waren. Sie erschien 1631 anonym und war der erste Anstoß, dem Treiben ein Ende zu machen. In der gleichen Zeit schrieb er auch das "Güldene Tugend-Buch" und viele Gedichte. Sie behandeln nach dem Vorbild des biblischen Hohenliedes in Form von Schäferlyrik zart, gefühlvoll und ohne Bindung an eine Konfession das Thema der Jesusliebe, enthüllen aber auch Spees starke Liebe zu den Menschen.

Sie erschienen postum zusammengefaßt als "Trutz-Nachtigall". Nach seiner Genesung setzte Spee seine Lehrtätigkeit fort und arbeitete für die Gegenreformation in Westfalen. Am 7. August 1635 starb Spee in Trier, nachdem er sich bei der Pflege von pestkranken Soldaten angesteckt hatte.