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Rist Johannes

Schleswig-Holsteins Lob im Jahre 1640

O Holstein, deine Städt' und Schlösser sind gestiegen
Auf Berg und Thal herfür, da tausend andre liegen
 Mit Aschen zugedeckt: Gott gönne dir dein Glück,
 Du STADT des GLÜCKES du, der Städte Meisterstück.

Und du, o schönstes Schloß, du GOTTORF, an den Hügeln,
Das Fama hat gebracht auf seinen schnellen Flügeln
 Bis gar in Perserland, der Höchste steh' dir bei,
 Daß lauter Fried' und Ruh' in, um und auf dir sei.

Gott Lob, es stehen fest und jauchzen gleich für Freuden
Die Flecken, Schlösser, Städt', als die des Krieges Leiden
 Dießmal empfunden nicht; die Elb' ist unbeschwert,
 Wie auch der Eiderstrom, die Mancher zwar begehrt

Mit einer fremden Fluth in seine Macht zu bringen,
Dadurch dieß edle Land von HOLSTEIN zu bezwingen;
 Noch stehet Gott für uns, und sind die Flüsse frei.
 O Friede, du verknüpfst; Krieg, Krieg, du brichst entzwei.

Ihr Städte, preiset Gott, so viel in unsern Landen
Bei dieser Sicherheit und Frieden sein vorhanden.
 Du HAMBURG sonderlich, das du durch Müh' und Macht
 Den Handel bis sogar in China hast gebracht;

Und du, o neue Pracht des Flusses, der uns schicket
Von Ost- und Westen her, was unsern Leib erquicket,
 Der guten GLÜCKES STADT, erkenne diesen Schatz
 Des Friedens, der in dir und uns behält den Platz.

Sei dankbar, FRIEDRICHSTADT, du TÖNNINGEN daneben,
Bedenket, was für Ruh' euch allen ist gegeben
 Durch Gottes große Güt'. O FLENSBURG merke doch,
 Wie du entgangen bist dem schweren Krieges Joch.

O SCHLESWIG, HUSUM, KIEL, ihr Fackeln der Holsaten,
Bedenket, wie im Fried' euch Allen ist gerathen.
 Du RENDSBURG, ITZEHOE, du CREMPE, die du fest
 Von Wall und Wasser bist, Fried' ist nur allerbest.

Du altes OLDENBURG, für mehr denn tausend Jahre
Berühmt in aller Welt, Fried' ist dir wiederfahren.
 Du stilles ECKLENFÖRD' an Schwanzen, nimm in Acht
 Den Nutzen, den auch dir der Fried hat wiederbracht.

In dir, O Holstein, soll des Herrn Lob vermehren
Dein ANGELN, SCHWANZEN, STRAND; den Frieden soll verehren
 Das fruchtbar' EIDERSTEDT, das schier im Wasser lebt
 Zusammt den STAPELHOLM, wo gegenüber schwebt

DITHMARSEN, meine Lust, das ehemals mich ernähret
Und wohl gehalten hat. Hört wie euch Rist beschwöret:
 Ihr Länder, danket ja bei dieser bösen Zeit
 Dem Höchsten für eur Glück, für Fried' und Einigkeit.

Wo bleibt denn Wagerland sammt LÜBECK an der Traven,
Wo diese edle Stadt mit ihrem schönen Haven
 Sich prächtig schauen läßt? Fried' ist ihr höchstes Gut,
 Fried' ist allein die Mau'r, so sie beschirmen thut.

Stormaren kommt zuletzt, ein Ländlein auserkoren,
Und du, mein PINNENBERG, worunter ich geboren,
 In dir ist Fried' und Glück, Fried' ist am Elbestrand,
 Fried' auf den Dörfern, Fried' (hilf Herr!) durchs ganze Land.