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Oswald von Wolkenstein Geluk vnd hail Nas, zendlein, kin, kel. der hals czu tal Jr zarter leib nye mailes pein
Glück und Segen, eine große Menge, wünsche ich dir, Geliebte, zum neuen Jahr. An meiner steten, festen Treue werde ich es in deinem Dienst gewiss nie fehlen lassen, das sollst du erfahren. Das machen dein hübsches Mündchen und die roten Bäckchen, ein liebliches Pärchen, dem deine hellen, klaren Augen Glanz verleihen, die zierlichen Öhrchen, darüber das gedrehte, geringelte, gewellte, gelockte, gekrauste, goldblonde, flockenleichte Haar. Nase, Zehen, Kinn, Kehle. Der Hals führt in schönstem Ebenmaß abwärts zu dem Sitz der weißen Brüstchen; das feste Tälchen [dazwischen] hat einiges zu bieten. Jedes Glied in vollkommenem Ebenmaß: die Arme, die schlanken Finger, zwei schmale Händchen, der kleine Bauch, schimmernd und ganz glatt, und vor allem ein vollkommenes Pelzchen, mit einem gedrechselten Paar hinten reichlich unterbaut [und] drall bestückt; die Füßchen zierlich geformt. Ihre zarte Gestalt hat nie einen ägerlichen Fehler
gehabt; Zucht, ganz reine Tugend, jugendliches, edles, adliges Aussehen
und Gebaren prägen sich in vollkommener Weise darin aus, sie ist
schön ohne jeden Tadel. Schönstes Liebchen, vergiss mich nicht!
Da ich nun der Deine genannt werde, so lass dir, Herzliebste, abbetteln,
worauf ich lange gewartet habe und wonach mich sehnlich verlangt! |