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Kinkel Gottfried 1815 - 1882
Lebensdaten

Dichter, Kunsthistoriker und Politiker.
Geboren am 11.8. 1815 in Oberkassel bei Bonn, gestorben am 13.11. 1882 in Unterstraß bei Zürich.- Sohn eines reformierten Pfarrers.
1825 Besuch des Bonner Gymnasium,
1831 Abitur, danach evangelisches Theologiestudium in Bonn.
1836/37: Theologische Prüfungen am Konsistorium in Koblenz sowie Lizentiatsexamen an der Theologischen Fakultät in Bonn.
1839 lernte er seine spätere Frau Johanna Mathieux, geb. Mockel kennen, beide gründeten zusammen mit Freunden den »Maikäfer«, einen spätromantischen Dichterverein.
1845 Promovierung zum Dr. phil.
1846 außerordentlichen Professor der neueren Kunst- Literatur- und Kulturgeschichte an der Philosophischen Fakultät in Bonn. Engagement für die deutsche Revolution, gab zusammen mit Carl Schurz die »Bonner Zeitung« mit der Beilage »Spartakus« heraus und wurde 1849 in die 2. preußische Kammer in Berlin gewählt. Nach deren Auflösung setzte sich der glänzende Volksredner in die Pfalz ab, trat in die Freischärlerkompanie »Besan‡on« ein und nahm am badischen Aufstand teil.

Bei Durlach wurde er am 29.6. 1849 von preußischen Truppen gefangengenommen und anschließend zu lebenslanger Festungshaft verurteilt. Aus dem Zuchthaus Spandau gelang ihm mit Hilfe seines Freundes Carl Schurz am 6.11. 1850 die Flucht über Rostock nach England. Seine Versuche, hier und in den USA der Sache der Revolution zu dienen, scheiterten an der Zerstrittenheit der Emigranten und an der Sorge um die materielle Existenz der Familie. So übernahm er 1854 eine Professur für Geographie und Kunstgeschichte am Bedford College for Women, bis er 1866 einem Ruf als Professor für Kunstgeschichte und Archäologie an das Eidgenössische Polytechnikum in Zürich folgte, wo er bis zu seinem Tod lehrte.

Neben seine Lehrtätigkeit trat aber immer wieder politisches Engagement für progressive Ideen. - K. war ein sehr vielseitig talentierter Mensch, allerdings gelang ihm auf keinem Gebiet ein richtiger Durchbruch. Seiner Dichtung mangelte es an wirklicher Originalität, zum Politiker fehlte ihm trotz großer Rhetorik und vieler, meist zeitgenössischer Versuche, ihn zum Revolutionshelden hochzustilisieren, die Fähigkeit zur nüchternen Analyse der Situation, zur Beschränkung auf das Machbare. Auch in seiner wissenschaftlichen Karriere war er mehr einfühlsamer Essayist als Forscher. Wissenschaftsgeschichtliche Bedeutung hat sein beruflicher Werdegang allerdings als Teil der Entwicklung von Kunstgeschichte zu einem Hochschulfach.