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Kämpchen Heinrich

Undank

"Schön ist Bergmannsleben,
Herrlich ist sein Lohn",
Hat man vorgesungen
Euch seit Jahren schon.

Dennoch gibt es Knappen,
's ist ein seltsam Ding,
Die da wirklich meinen,
Daß der Lohn gering'.

Und dazu noch glauben -
Zwar ist's hundsgemein -,
Daß das Bergmannsleben
Schöner könnte sein.

Undankbare Knappen,
Schämt ihr euch denn nicht,
Daß ihr mehr noch fordert,
Wo's so hell und licht?

Wo von euren Freuden
Laut der Sänger singt,
Und die eig'ne Sehnsucht
Kaum darnach bezwingt? -

Ob nun der Poete
Auch kein Bergmann war.
Bleibt in diesem Falle
Gleich sich ganz und gar.

Hat er doch gesungen,
Was die Wahrheit ist -
Wie es laut bezeugen
Jud' sowohl als Christ.

Eine böse Rotte,
Sonder Zucht und Ehr',
Schmäht das Bergmannsleben,
Als ob's schofel wär'.

Doch der brave Knappe
Weiß in diesem Fall:
Undankbare Menschen
Gibt es überall.

Und er singt gar kräftig,
Trotz der Bösen Hohn:
"Schön ist Bergmannsleben,
Herrlich ist sein Lohn!"