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Holz Arno 1863 - 1929
Lebensdaten

Geboren am 26. April 1863 in Rastenburg (heute Ketrzyn) als Sohn eines Apothekers, gestorben am 26. Oktober 1929 in Berlin.

1881: Holz arbeitet zunächst als Journalist, entscheidet sich dann aber für eine Existenz als freier Schriftsteller. Finanzielle Probleme begleiten fortan sein Leben. Er knüpft Kontakte zum Berliner Naturalistenverein "Durch", in dem er u. a. Gerhart Hauptmann kennenlernt.
1883: Erste eigenständige Gedichtpublikation "Klinginsherz!".
1886: Die Lyriksammlung "Buch der Zeit. Lieder eines Modernen" erscheint. Sie enthält die erste Fassung des später immer wieder erweiterten und überarbeiteten Gedichtzyklus "Phantasus". Dieser gilt als eigentliches Lebenswerk des Dichters.
Ab 1887: Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Johannes Schlaf (1862-1941). Beide tragen entscheidend zur Entstehung des konsequenten Naturalismus bei, der in exakter Nachahmung der Realität neue Wirkungsmöglichkeiten für die Literatur sucht.
Ab 1889: Die in Zusammenarbeit mit Schlaf entstandenen experimentellen Prosaskizzen "Papa Hamlet" erscheinen unter dem gemeinsamen Pseudonym Bjarne P. Holmsen. Mit Hilfe des sogenannten Sekundenstils soll die Wirklichkeit auch in ihren zeitlichen Abläufen minuziös abgebildet werden. Gemeinsam veröffentlichen sie außerdem das Drama "Die Familie Selicke" (1890) und die Prosaskizze "Neue Gleise" (1892). Zu den Mitbegründern des Theatervereins "Freie Bühne" zählt auch Holz. Die dort vereinigten naturalistischen Dramatiker versuchen, durch die Aufführung in geschlossenen Vorstellungen die Zensur zu umgehen.
1890: Die Zeitschrift "Freie Bühne" wird gegründet. Holz fungiert kurzzeitig als erster Schriftleiter.
1891/92: Mit der programmatischen Schrift "Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze" wird Holz auch zum führenden theoretischen Kopf des Naturalismus.
1893: Holz heiratet Emilie Wittenberg. Aus der Ehe gehen drei Söhne hervor.
1896: In der Komödie "Socialaristokraten" entwirft Holz eine Satire auf den naturalistischen "Friedrichshagener Dichterkreis". Er kritisiert darin den Widerspruch zwischen der proklamierten Annäherung an die soziale Wirklichkeit und der tatsächlichen elitären Haltung vieler Schriftsteller.
1898/99: Die Lyriksammlung "Phantasus" erscheint in zwei Heften mit jeweils 50 reimlosen Gedichten. Mit der Abkehr von Strophe, Reim und traditioneller Metrik sowie der Ausrichtung der Verse an einer imaginären Mittelachse soll die Aufmerksamkeit auf Rhythmus und Inhalt der einzelnen Zeile gelenkt werden.
1899: In seinem theoretischen Werk "Revolution der Lyrik" führt Holz seine berühmt gewordene Formel "Natur = Kunst - x" ein. Holz strebt die Annäherung der Kunst an die Natur an. Alle subjektiven Faktoren sollten möglichst ausgeschaltet werden.
ab 1900: Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Holz und Schlaf um ihren jeweiligen Anteil an den gemeinsamen Veröffentlichungen.
1902: Die erste Ausgabe des satirischen Dramas "Die Blechschmiede" erscheint. Wie viele Werke Holz' wird sie später vielfach vermehrt und umgearbeitet.
1904: In seiner Lyriksammlung "Dafnis" parodiert Holz die Sprech- und Schreibweise der Barockliteratur.
1908-1913:
Sein ursprünglich auf zehn Stücke hin angelegter Dramenzyklus "Berlin - Die Wende einer Zeit in Dramen" bleibt mit der Veröffentlichung der Künstlertragödie "Sonnenfinsternis" (1908) und des Weltanschauungsstücks "Ignorabimus" (1913) ein Torso.
1923: Holz erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Königsberg.
1924/25: Erste Gesamtausgabe des "Phantasus" in drei Bänden.
1926: Holz wird in die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste berufen. Mehrfach wird er für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Holz läßt sich von seiner Frau Emilie scheiden und ehelicht im selben Jahr Anita Gewelke.
26.10.1929: Arno Holz stirbt in Berlin-Wilmersdorf.