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Heinrich
von Meissen genannt Frauenlob Jâ mein ich
den munt sô lôsen Minne, kanstu vreude
borgen, Minne, wiltu solchen
jâmer Ach sold ich den apfel
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Neuhochdeutsch: Fürwahr, ich liebe den übermütigen Mund, bei dem mein ganzer Trost liegt. Sprecht, rote Rosen, alle, dass das Rot eines Mundes den Sieg davonträgt. Besser stünde dem Munde ein lilienweißes Ja an als ein Nein, vor Jammer blau. Das Wort lässt mich jungen Mann ergrauen. Minne, wenn du auch vorübergehend Freude geben kannst, so rechne ich dir das doch nie zu deinen Gunsten an: Wenn du einem gegen Morgen zulachst, den trifft gewiss ein heimtückischer Schlag von dir. Die Rosen deiner Freude bergen scharfe Dornen. Leid ist der Liebe von Natur aus zugesellt: Solche Frucht trägt dein Ährenfeld. Minne, willst du solches Herzeleid mir für die Zeit meines Lebens aufbürden? Der Duft des Glücks deiner Lust kann mir nicht helfen. Dem Herrn Iwein spielte keine Frau so übel mit, dass ihm nicht die schöne Lunete geholfen hätte, bei der er freundlichen Trost fand. O, hätte ich
den Apfel zuzuteilen, den Paris der Minne gab, fürwahr, du solltest
Leid erfahren, und müsste ich deswegen auch ins Grab. Pallas oder
Juno müssten mir ihren Gegeneinsatz bieten: So rächte ich mein
Leid an dir, das du mir hinterlassen hast. |