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Gryphius
Andreas
Der
Welt Wollust
Wo
Lust ist, da ist Angst; wo Freud' ist, da sind Klagen.
Wer schöne Rosen sieht, sieht Dornen nur dabei;
Kein Stand, kein Ort, kein Mensch ist seines Kreuzes frei.
Wer lacht; fühlt wenn er lacht im Herzen tausend Plagen.
Wer hoch in Ehren sitzt, muß hohe Sorgen tragen.
Wer ist, der Reichtum acht', und los von Kummer sei,
Wo Armut ist, ist Not. Wer kennt wie mancherlei
Traur-würmer uns die Seel' und matte Sinnen nagen ?
Ich red' es offenbar, so lang als Titans Licht
Vom Himmel ab bestrahlt, mein bleiches Angesicht,
Ist mir noch nie ein Tag, der ganz ohn' Angst, bescheret:
O Welt du Tränen Tal ! recht selig wird geschätzt;
Der eh' er einen Fuß, hin auf die Erden setzt,
Bald aus der Mutter Schoß ins Himmels Lusthaus fähret.
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