literatur pinselpark    


  Home
Zum Autor
Sitemap/Inhalt
Vorherige Seite
   
  Suche /Wörterbuch
Forum
Mail
Seite weiterempfehlen

Drucken
Disclaimer
Wichtige Downloads

 

Goethe Johann Wolfgang von

Römische Elegien I.
Ursprünglich betitelt: Erotica Romana
Rom 1788

    
Nos Venerem tutam concessaque furta canemus,
Inque meo nullum carmine crimen erit

  (Ovid - Ars amatoria 33f.)

Saget Steine mir an, o sprecht ihr hohen Palläste
   Strassen redet ein Wort! Genius regst du dich nicht?
Ja es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,
   Ewige Roma, nur mir schweiget noch alles so still.
O! wer flüstert mir zu, an welchem Fenster erblick ich
   Einst das holde Geschöpf das mich versengt und erquickt.
Ahnd' ich die Wege noch nicht durch die ich immer und immer
   Zu ihr und von ihr zu gehn, opfre die köstliche Zeit.
Noch betracht ich Palläst' und Kirchen, Ruinen und Säulen,
   Wie ein bedächtiger Mann sich auf der Reise beträgt.
Doch bald ist es vorbey, dann wird ein einziger Tempel,
   Amors Tempel nur seyn der den Geweihten empfängt.
Eine Welt zwar bist du, o Rom, doch ohne die Liebe
   Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom.