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Goethe Johann Wolfgang von

Römische Elegien XI.

Euch o! Grazien legt ein Dichter die wenigen Blätter
Auf den reinen Altar, Knospen der Rose dazu.
Und er thut es getrost. Dahin bestrebt sich der Künstler
Dass die Werkstatt um ihn immer ein Pantheon sey.
Jupiter senket die göttliche Stirne und Juno erhebt sie,
Phoebus schreitet hervor, schüttelt das lokige Haupt,
Troken schauet Minerva herab und Hermes, der leichte,
Wendet zur Seite den Blick, schalkhaft und zärtlich zugleich;
Aber nach Bachus dem weichen, dem holden erhebet Cythere
Augen voll süsser Begier, selbst in dem Marmor noch feucht.
Sie gedenket seiner Umarmung und scheinet zu fragen:
Sollte der herrliche Sohn uns an der Seite nicht stehn?