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Goethe Johann Wolfgang von

Römische Elegien XVIII.

Eines ist mir verdrieslich vor vielen Dingen, ein andres
Bleibt mir abscheulich, empört jegliche Faser in mir.
Nur der blose Gedanke. Ich will es euch Freunde gestehen
Gar verdrieslich ist mir einsam das Lager zu Nacht.
Aber ganz abscheulich ists auf dem Wege der Liebe
Schlangen zu fürchten und Gift unter den Rosen der Lust.
Wenn im schönsten Moment der hin sich gebenden Freude
Deinem sinckenden Haupt lispelnde Sorge sich naht.
Darum macht mich Faustine so glücklich, sie theilet das Lager
Gerne mit mir und bewahrt Treue dem Treuen genau.
Reitzendes Hinderniss will die rasche Jugend, ich liebe
Mich des versicherten Guts lange bequem zu erfreun.
Welche Seligkeit ists! wir wechseln sichere Küsse,
Athem und Leben getrost saugen und flösen wir ein.
So erfreuen wir uns der langen Nächte, wir lauschen,
Busen an Busen gedrängt, Stürmen und Regen und Guss.
So erscheinet uns wieder der Morgen, es bringen die Stunden
Neue Blumen herbey, schmücken uns festlich den Tag
Gönnet mir, O! Quiriten, das Glück! und jedem gewähre
Aller Güter der Welt erstes und letztes der Gott.