|
|
Freiligrath
Ferdinand 1810-1876
Lebensdaten
Am 17. Juni 1810 in Detmold als Sohn eines Lehrers
geboren, am 18. März 1876 in Cannstatt gestorben.
1825: Aus familiären Gründen verläßt Freiligrath das Detmolder
Gymnasium und beginnt bei einem Onkel in Soest eine Kaufmannslehre. Lernt
während der Lehrzeit neuere Sprachen, schreibt und veröffentlicht erste
Gedichte, übersetzt. (Seine Übersetzung von Gedichten Victor Hugos erscheint
1836).
1832: Nach dem Tod des Vaters (1829) und dem Bankrott eines
reichen Onkels in Edinburgh, auf den Freiligrath berufliche Hoffnungen
gesetzt hatte, Übernahme einer Kontoristenstelle in einem Amsterdamer
Handelshaus.
1837: Als Buchhalter in Barmen tätig
1838: Gedichte erscheinen bei Cotta, der bereits in seinem Morgenblatt
Texte Freiligraths veröffentlicht hat. Nicht zuletzt aufgrund seiner exotischen
Gedichte und Balladen (Der Mohrenfürst) wächst Freiligraths literarische
Bekanntheit; literarische Kontakte, u. a zu Karl Immermann.
1839: Vom großen Erfolg der Gedichte ermutigt, wagt Freiligrath die Existenz
als freier Schriftsteller.
1841: Heirat mit der Professorentochter Ida Melos; Umzug nach Darmstadt.
Mitredaktion am Rheinischen Jahrbuch für Kunst und Poesie (1840/41).
1842: Erhält auf Empfehlung Alexander von Humboldts vom preußischen König
Friedrich Wilhelm IV. eine Pension von 300 Talern pro Jahr. Übersiedlung
nach St. Goar.
1844: Freiligrath, überzeugt, daß sich der Exotismus seiner früheren Lyrik
verbraucht hat, und verärgert über die zunehmend rektionäre Politik des
Königs, schlägt sich politisch und literarisch auf die Seite der Opposition.
Verzicht auf die königliche Pension und eine mögliche Anstellung am Weimarer
Hof. Ein Glaubensbekenntnis. Zeitgedichte erscheint; die Sammlung tritt
ein für Freiheit, nationale Einheit und sozialen Ausgleich. Emigration
nach Ostende und Brüssel, wo er im folgenden Jahr Karl Marx kennenlernt.
1845: Übersiedlung in die Schweiz; in Rapperswil und Zürich Kontakt zu
anderen deutschen Emigranten.
1846: Freiligrath emigriert nach London, arbeitet dort aus finanziellen
Gründen als Korrespondent. Der revolutionäre Gedichtzyklus Ça ira! erscheint.
1848: Rückkehr ins revolutionäre Deutschland. Kurze Haft wegen »Aufreizung
zum Umsturz«. Mitarbeit an der von Karl Marx redigierten Neuen Rheinischen
Zeitung, die 1849 verboten wird.
1849: Neuere politsche und soziale Gedichte. Freiligrath, der sich in
Köln und Düsseldorf aufhält, wird steckbrieflich gesucht. Seine Übersetzung
von Shakespeares Venus und Adonis erscheint.
1851: Freiligrath geht wieder nach London, zunächst als kaufmännischer
Angestellter, 1856-65 ist er Filialleiter der Schweizer Generalbank.
1867: Freiligrath erhält aus einer Sammlung, zu der seine Verehrer in
der Gartenlaube aufrufen, eine Gabe von fast 60000 Taler. Diese ermöglichte
es ihm, nach Deutschland zurückzukehren, wo inzwischen eine allgemeine
Amnestie für politische Vergehen erlassen wurde.
1868: Rückkehr nach Deutschland als freier Schriftsteller; lebt zunächst
in Stuttgart, ab 1874 in Cannstatt.
|