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Fontane Theodor 1819 - 1898
Lebensdaten

1819   Am 30. Dezember in Neuruppin in der Mark Brandenburg geboren, wo Fontanes Vater Apotheker war. Beide Eltern stammen von französischen Hugenotten ab, die nach der 1685 erfolgten Aufhebung des Edikts von Nantes in Brandenburg Zuflucht gefunden hatten.

1827   Übersiedlung nach Swinemünde, wo Fontane von Hauslehrern unterrichtet wird.

1832   Rückkehr nach Neuruppin. Zu Ostern Eintritt in die Quarta des Neuruppiner Gymnasiums.
1833   Ab 1. Oktober Besuch der Klödenschen Gewerbeschule in Berlin, die Fontane 1836 mit dem »Einjährigen« (also der »Mittleren Reife«) verläßt.

1836   Beginn einer Apothekerlehre, die Fontane 1840 mit seinem Examen als Apothekergehilfe abschließt. 1839 erscheint im »Berliner Figaro« die Erzählung Geschwisterliebe.

1840-44   Verschiedene Stellen als Apothekergehilfe: 1840 in Magdeburg, 1841 in Leipzig, 1842 in Dresden, 1843 (und wieder 1845) in der Apotheke seines Vaters in Letschin im Oderbruch. Er schließt sich in dieser Zeit verschiedenen literarischen Vereinen an (dem Platen- und Lenau-Verein in Berlin, dem Herwegh-Verein in Leipzig). In der Zeitschrift »Die Eisenbahn« veröffentlicht Fontane 1841-43 sowohl Gedichte als auch erste journalistische Artikel, die seine Nähe zur radikal-demokratischen Vormärz-Strömung zeigen.

1844   Vom 1. April an dient Fontane als Einjährig-Freiwilliger im Berliner Gardegrenadierregiment »Kaiser Franz«. Im Mai/ Juni unternimmt er seine erste England-Reise. Ab September ist er unter dem Namen »Lafontaine« - ordentliches Mitglied des literarischen Sonntagsvereins »Tunnel über der Spree«, in dem er unter anderem Paul Heyse und Adolf von Menzel begegnet und dem er gut 15 Jahre angehören wird.

1845   Wiederaufnahme seiner Tätigkeit in verschiedenen Apotheken. 1847 erfolgt die Approbation zum Apotheker. Der Kauf einer eigenen Apotheke scheitert, da ihm die finanziellen Mittel fehlen.

1848   Teilnahme an den revolutionären März-Ereignissen. Ab Sommer bildet er im Berliner Bethanien-Krankenhaus zwei Diakonissinnen pharmazeutisch aus.

1849   Aufgabe des Apothekerberufs. Seine Laufbahn als freier Schriftsteller beginnt Fontane als Berliner Korrespondent der »Dresdner Zeitung«.

1850   Am 16. Oktober Heirat mit Emilie Rouanet-Kummer. Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften des konservativen Lagers; Anstellung im »Literarischen Kabinett«. Als erste Buchveröffentlichungen erscheinen Männer und Helden. Acht Preussenlieder und das epische Gedicht Von der schönen Rosamunde.

1851   Die Gedichte erscheinen (2., vermehrte Auflage 1875).

1852   Im Sommer erneute England-Reise. Es entstehen zahlreiche Balladen.

1855-59   Im September geht Fontane als Leiter der »Deutsch-Englischen Korrespondenz« (1856 eingestellt) nach London. Ab 1856 wird Fontane Agent der Zentralpreßstelle und dem preußischen Gesandten Graf Bernstorff als literarischer Berichterstatter zugeteilt. 1857 folgt seine Familie nach London. Es entstehen kulturgeschichtliche und politische Essays, Gedichte und Übersetzungen.

1859   Im Januar Rückkehr nach Berlin
1860   Am 1. Juni Eintritt in die »Neue Preußische (Kreuz-)Zeitung« als Redakteur des England-Teils. Fontane wird von nun an in Berlin wohnen. Die in England verfaßten Aufsätze erscheinen in Buchform: Jenseits des Tweed und Aus England. Studien und Briefe über Londoner Theater, Kunst und Presse.

1862   Der 1. Band der Wanderungen durch die Mark Brandenburg erscheint. Diese Reisefeuilletons werden Fontane neben dem Romanwerk 20 Jahre lang beschäftigen (1863 erscheint Bd. 2, 1873 Bd. 3, 1882 Bd. 4).

1864-70   Mit dem Ausbruch des Deutsch-Dänischen Kriegs beginnt die Phase der Kriegsgeschichtsschreibung. Verschiedene Reisen zu Kriegsschauplätzen: 1864 nach Schleswig-Holstein und Dänemark, 1866 nach Böhmen und Süddeutschland, 1870 und 187I nach Frankreich. 1870 wird Fontane in Frankreich als Spion verdächtigt und zwei Monate gefangengehalten. Es erscheinen die Berichte Der Schleswig-Holsteinische Krieg im Jahr 1864 (1866), Der deutsche Krieg von 1866 (2 Bde., 1870-71), Kriegsgefangen. Erlebtes 1870 (1871), Der Krieg gegen Frankreich 1870/7I (2 Bde. 1873-76).

1870   Fontane arbeitet (bis 1889) als Theaterkritiker für die »Vossische Zeitung«.

1878-98   Als erster Roman erscheint Vor dem Sturm (1878).

In den nächsten 20 Jahren erscheint Fontanes Romanwerk - mit zwei autobiographischen Werken - in kontinuierlicher Folge: Grete Minde (1880), Elternklipp (1881), LAdultera (1882), Schach von Wuthenow (1883), Graf Petöfi (1884), Unterm Birnbaum (1885), Cécile (1887), Irrungen, Wirrungen (1888), Stine (1890), Quitt und Unwiederbringlich (1891), Frau Jenny Treibel (1892), Meine Kinderjahre. Autobiographischer Roman (1894), Effi Briest (1895), Die Poggenpuhls (1896), Von Zwanzig bis Dreißig. Autobiographisches (1898).

1898   Fontane, der 1894 die Ehrendoktorwürde der Berliner Universität verliehen bekommen hatte, stirbt am 20. September in Berlin. -

Die Buchausgabe seines letzten Romans Der Stechlin erscheint 1899, aus dem Nachlaß wird 1914 Mathilde Möhring veröffentlicht.