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Dietmar von Aist

Slāfest du, vriedel ziere?
wan wecket uns leider schiere;
ein vogellīn sō wol getān
daz ist der linden an daz zwī gegān.

Ich was vil sanfte entslāfen,
nu rüefestū, kint, wāfen.
liep āne leit mac niht sīn.
swaz dū gebiutest, daz leiste ich, vriundīn mīn.

Diu vrouwe begunde weinen:
du rītest hinnen und lāst mich eine.
wenne wilt du wider her zuo mir?
owź, du vüerest mīne vröide sant dir!
 

Übersetzung:

Schläfst du noch, mein schöner Geliebter?
Man weckt uns leider bald.
Ein hübscher kleiner Vogel
hat sich bereits auf den Zweig der Linde gesetzt.

Ich war sanft eingeschlafen,
nun rufst du, Kind,
auf, auf!
Liebe ohne Leid kann es nicht geben.
Was immer du befiehlst, das tue ich, meine Freundin.

Die Dame begann zu weinen:
Du reitest fort und läßt mich allein zurück.
Wann wirst du wieder zu mir kommen?
Ach, du nimmst mein Glück mit dir fort.