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Dach Simon

Horto recreamur amoeno

Der habe Lust zu Würffeln und zu Karten,
Der zu dem Tantz, und der zum kühlen Wein,
Ich liebe nichts, als was in diesem Garten
Mein Drangsals-trost und Kranckheit Artzt kan seyn,
Jhr grünen Bäume,
Du Blumen Zier,
Jhr Hauß der Reyme,
Jhr zwinget mir
Dieß Lied herfür.

Mir mangelt nur mein Spiel, die süsse Geige,
Die würdig ist, daß sie mit Macht erschall',
Hie, wo das Laub und die begrünten Zweige
Am Graben mich umbschatten überal,
Hie wo von weiten
Die Gegend lacht,
Wo an der Seiten
Der Wiesen Pracht
Mich frölich macht.

Was mir gebricht an Geld und grossen Schätzen,
Muß mein Gemüht und dessen güldne Ruh
Durch freyes Thun und Frölichkeit ersetzen,
Die schleusst vor mir das Hauß der Sorgen zu;
Ich wil es geben
Umb keine Welt,
Daß sich mein Leben
Oft ohne Geld
So frewdig hält.

Gesetzt, daß ich den Erdenkreiß besesse,
Und hätte nichts mit guter Lust gemein,
Wann ich der Zeit in Angst und Furcht genösse,
Was würd' es mir doch für ein Vortheil seyn?
Weg mit dem allen,
Was Unmuht bringt!
Mir sol gefallen
Was lacht und singt
Und Frewd' erzwingt.

Jhr alten Bäum', und jhr noch junge Pflantzen,
Rings umb verwahrt vor aller Winde Stoß,
Wo umb und umb sich Frewd' und Ruh verschantzen,
Senckt alle Lust herab in meinen Schoß,
Jhr solt imgleichen
Durch dieß mein Lied
Auch nicht verbleichen,
So lang man Blüht
Auf Erden sieht.