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Czepko Daniel von

Epigramme

Nicht in Dir
Schau alle Ding in Gott und Gott in allen an,
Du siehst, daß alles sich in ihm vergleichen kann.

Göttliche Schauung
Der Gott sieht, sieht ein Nicht. Daß er nicht sagen kann,
Dasselbe Nicht sieht er, und ihn sieht alles an.

Über Wissen
Gott kenn ich bloß durch Gott: Doch hab ich Gott erkiest,
Weiß ich so viel, daß ich das nicht weiß, was Gott ist.

Der Unbewegliche
Wer in sich schaut, der schaut, was Sonn' und Erde trägt,
Es regt sich alles zwar, doch er bleibt unbewegt.

Das ewige Heute
Der wird nicht auferstehn, der vor nicht auferstanden,
Der jüngste Tag ist jetzt und nicht danach vorhanden.

Das Beständige
Ein Stab im Zirkel steht, der andre mißt und trägt,
So steht der innre Mensch, der äußre wird bewegt.

Empfangen - Verlieren
Wer Gott empfängt, verliert auch Gott. Sich Gott ganz lassen,
Kann Gott, und sonsten nichts, als weil Gott Gott ist, fassen.

Im Ausbruch
Die Seel, ein Strahl von Gott, geht in die Welt dahin,
Willst du Gott schaun, mußt du mit ihr zurücke ziehn.

Liebe kann nichts als lieben
Es liegt nichts dran, ob es der Mensch nicht merken will,
Gott liebt ihn, wie er ist, ohn Maß und Zeit und Ziel.