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Claudius
Matthias
Ein Lied, hinterm Ofen zu singen
Der
Winter ist ein rechter Mann,
Kernfest und auf die Dauer;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an
Und scheut nicht süß noch sauer.
War je ein Mann gesund, ist er's;
Er krankt und kränkelt nimmer,
Weiß nichts von Nachtschweiß und Vapeurs
Und schläft im kalten Zimmer.
Er zieht sein Hemd im Freien an
Und läßt's vorher nicht wärmen,
Und spottet über Fluß im Zahn
Und Kolik in Gedärmen.
Aus Blumen und aus Vogelsang
Weiß er sich nichts zu machen,
Haßt warmen Drang und warmen Klang
Und alle warme Sachen.
Doch wenn die Füchse bellen sehr,
Wenn's Holz im Ofen knittert
Und an den Ofen Knecht und Herr
Die Hände reibt und zittert,
Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht,
Und Teich' und Seen krachen,
Das klingt ihm gut, das haßt er nicht,
Denn will er tot sich lachen. -
Sein Schloß von Eis liegt ganz hinaus
Beim Nordpol an dem Strande;
Doch hat er auch ein Sommerhaus
Im lieben Schweizerlande.
Da ist er denn bald dort, bald hier,
Gut Regiment zu führen.
Und wenn er durchzieht, stehen wir
Und sehn ihn an und frieren.
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