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Claudius
Matthias
Ein
gülden ABC
A
Armut des Geistes Gott erfreut;
Armut und nicht Armseligkeit.
B
Besprich Dich nicht mit Fleisch und Blut,
Fahr zu, gleich zu, wie Paulus tut.
C
Creuz ist ein Kraut, wenn man es pflegt,
Das ohne Blüte Früchte trägt.
D
Dürst nicht nach Rache und nach Blut;
Vergeben wäre wohl so gut.
E
Ein edles Herz glänzt hell und hold,
Ein gutes ist gediegen Gold.
F
Für was Du Gutes hier getan,
Nimm keinen Lohn von Menschen an.
G
Geduldig sein - Herr, lehr' es mich,
Ich bitte Dich, ich bitte Dich.
H
Hau Deinen Götzen mutig um,
Er sei Geld, Wollust oder Ruhm.
I
In Dir ein edler Sklave ist,
Dem Du die Freiheit schuldig bist.
K
Kämpf und erkämpf Dir eignen Wert;
Hausbacken Brot am besten nährt.
L
Liebt Euch auf Erden, liebt und wißt,
Daß Gott im Himmel Liebe ist.
M
Merk auf die Stimme tief in Dir;
Sie ist des Menschen Kleinod hier.
N
Nimm wahr der Zeit; sie eilet sich
Und kommt nicht wieder ewiglich.
O
O Herr, lehr uns bedenken wohl,
Daß wir sind sterblich allzumal.
P
Parabeln sind wohl fein und schön,
Doch muß sie einer auch verstehn.
Q
Quäl nicht Dein Herz ohn' Unterlaß
Ein freier Mut gefällt Gott baß.
R
Recht halte heilig bis in 'n Tod,
So bleibt ein Freund Dir in der Not.
S
Straf keck das Böse ins Gesicht;
Vergiß Dich aber selber nicht.
T
Treib Tugend jeden Augenblick;
Wer nicht voran geht, geht zurück.
U
Und wenn sie alle Dich verschrein,
So wickle in Dich selbst dich ein.
V
Verlaß Dich nicht auf diese Welt;
Sie ist Schaum, der zusammenfällt.
W
Wie wird es dann, o dann uns sein,
Wenn wir der bessern Welt uns freun?
X / Y
In Sturm die Sonne spiegelt nicht
Im Meer ihr heilig Angesicht.
Z
Zerbrich den Kopf Dir nicht zu sehr,
Zerbrich den Willen; das ist mehr.
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