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Chamisso Adelbert von 1781-1838
Louis Charles Adélaïde de Chamisso de Boncourt
Lebensdaten

Geboren wurde er in Schloß Boncourt in der Champagne am 30. 1. 1781, gestorben ist er in Berlin am 21. 8. 1838.
Chamisso stammt aus einem lothringischem Adelsgeschlecht.
1790 flieht er im Alter von neun Jahren vor der Revolution nach Preußen.
1796 wird er Page bei der Königin von Preußen. Er kann mit ihrer Erlaubnis das Französische Gymnasium besuchen. Nach Anfertigung eines vom König gut aufgenommenen militärwissenschaftlichen Aufsatzes macht Chamisso Karriere im Preußischen Heer (1898 Fähndrich, 1801 Lieutenant).
1801 kehren Chamissos Eltern nach Frankreich zurück.
1804 gründet Chamisso den Nordsternbund, eine literarische Gesellschaft Berliner Romantiker. 1804-06 ist er Mitherausgeber des "Berliner Musenalmanach".
1806 ersucht Chamisso um seine Entlassung aus dem Heer, da Napoleon ein Dekret erlassen hatte, daß jeder gefangene Franzose, der auf Seiten des Feindes gekämpft habe, binnen 24 Stunden zu erschießen sei. Doch sein Gesuch wird abgewiesen. Nach der Kapitulation reist Chamisso als Kriegsgefangener auf Ehrenwort nach Frankreich zu seinen Eltern, die jedoch kurz zuvor verstorben sind.
Nachdem Chamisso 1808 endlich sein Abschied aus der Armee gewährt wird, beschäftigt sich Chamisso mit Sprach- und Literaturstudien (Italienisch, Spanisch, Latein) und will 1810 eine Professur in Napoleonville annehmen. Diese Hoffnung zerschlägt sich jedoch. In Paris trifft Chamisso außer Varnhagen auch August Wilhelm Schlegel wieder, der ihn mit Mme. de Staël bekannt macht.
1810-12 hält Chamisso sich dann in der Vendée und in der Schweiz auf. Am Genfer See erwacht sein Interesse an der Botanik.
1812 studiert er in Berlin Medizin und Botanik.
1815-18 unternimmt er eine Forschungsreise um die Welt. Das daraus erwachsene Tagebuch "Reise um die Welt mit der Romanzoffischen Entdeckungs-Expedition" (1836) ist zu einem Klassiker der Reise- und Entdeckungsliteratur geworden.
1819 wird Chamisso zum Ehrendoktor der Universität Berlin und er arbeitet dann als Kustos am Berliner Herbarium und am Botanischen Garten in Schöneberg.
1825 reist Chamisso noch einmal nach Paris, um seinen Anteil an den Emigrierten bewilligten Entschädigungen geltend zu machen und um die dortigen botanischen Sammlungen zu benutzen. Doch fühlt er sich inzwischen in Berlin heimischer, wo Frau und Kinder auf ihn warten.
Im Jahr 1832 übernimmt Chamisso, in Gemeinschaft mit Gustav Schwab die Leitung des "Deutschen Musenalmanachs" und 1833 die Leitung des Herbariums.
1835 wird er auf Vorschlag Alexander von Humboldts zum Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften ernannt.
Neben der dichterischen Tätigkeit ist Chamisso als Philologe (Über die Hawai'sche Sprache 1837) und als Naturkundler (z. B. über den Generationswechsel bei Manteltieren) hervorgetreten.
Chamisso steht in Berlin im Gespräch mit Arnim, Brentano, Wilhelm Grimm, Heinrich von Kleist, Uhland, Varnhagen, August Wilhelm Schlegel, und später E. T. A Hoffmann.
Sein Frühwerk "Frauen-Liebe und Leben" ist von Robert Schumann vertont worden.
Er ist, trotz der Art seiner Einfälle und Motive, nicht unbedingt als Romantiker zu sehen, denn er greift in seinem späteren Werk mit manchen Stoffen realistische Vorstellungswelt und soziale Themen in einer Weise auf, die das occasionalistische (zufällige) und gefühlsinnige ästhetische Begleiten weit hinter sich läßt.
Chamisso übersetzte Werke Pierre-Jean de Bérangers (1838), in denen er auch Anregung zum eigenen Schaffen fand.
Seine bekanntesten Balladen sind "Das Riesenspielzeug" und "Die Sonne bringt es an den Tag".
Berühmt wurde Chamisso durch die romantische Geschichte des Mannes, der seinen Schatten verkaufte (Peter Schlemihls wundersame Geschichte, 1814). Der Verlust des Schattens entspricht symbolisch durchaus dem Verlust der Heimat, wie sie der Autor begreift. Mit Siebenmeilenstiefeln sucht die Hauptperson die Welt durchstreifend die verlorene Gemütruhe und die soziale Integration, ohne den Schatten um den Preis seiner Seele "zurückzukaufen".