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Brockes Barthold Heinrich 1680-1747
Lebensdaten
1680 Am 22. September in Hamburg in einer wohlhabenden
Kaufmannsfamilie geboren.
1700-02 Studium der Rechte und Philosophie in Halle (u. a. bei Thomasius).
1702 Praktikant am Kammergericht Wetzlar. Der Plan, das Studium in Genf
fortzusetzen, scheitert. Kavalierstour nach Venedig, Rom und Genua, Weiterreise
über Paris und Brüssel nach Leiden, dort Beendigung des Studiums (Lizentiat).
1704 Rückkehr nach Hamburg; Brockes füht einen am Ideal des ›galant homme‹
orientierten Lebensstil.
1712 Aufführung seines Passionsoratoriums Der für die Sünden der Welt
gemarterte und sterbende Jesus (Musik von R. Keiser; weitere Vertonungen
u. a. von Händel und Telemann).
1714 Heirat mit Anna Ilsabe Lehmann.
1715 Mitbegründer der »Teutschübenden Gesellschaft«. Entstehung von Gedichten
und Oratorien nach dem Vorbild der Zweiten Schlesischen Schule; Verteutschter
Bethlehemitischer Kinder-Mord (Übersetzung nach Marino).
1720 Wahl in den Hamburger Rat.
1721 Diplomatische Mission nach Wien als Gesandter des Hamburger Rates.
Der 1. Band seines lyrischen Hauptwerkes Irdisches Vergnügen in Gott,
aus einer aufklärerischen Weltsicht heraus verfaßte Gedichte zum Ruhm
der Natur, erscheint (8 Bde. bis 1748). Mitarbeit an der frühaufklärerischen
Wochenschrift »Der Patriot« (bis 1726).
1724 Mitbegründer der »Patriotischen Gesellschaft«.
1728 Stadtrichter in Hamburg.
1730 Er erhält den Titel eines Kaiserlichen Pfalzgrafen; Ernennung zum
Poeta laureatus.
1735-41 Als Amtmann in Ritzebüttel (bei Cuxhaven).
1747 Am 16. Januar stirbt Brockes in Hamburg.
Werke
Jugendgedichte unter Einfluß von Pope und Thomson, die er übersetzte
Oratorio - Der für die Sünden der Welt gemarterte und sterbende Jesus,
vertont von Keiser, Händel und Telemann, teilweise Bach (Johannes-Passion)
Irdisches Vergnügen in Gott (1721-1748)
Übersetzung von Thomsons The Seasons (Die Jahreszeiten, 1745),
die als Grundlage für Haydns Oratorio Die Jahreszeiten diente
Brockes ist Mitinitiator der religiös-philosophischen Naturdichtung der
Frühaufklärung.
Lehrhaftigkeit, hausbackenes Nützlichkeitsdenken. Streben nach Einfachheit
und Klarheit in seinen Gedichten. Auffassung von einer teleologischen
Ordnung, die die Weisheit des Schöpfers in der Schönheit, Zweckmäßigkeit
der Natur und ihrer Brauchbarkeit für den Menschen sieht.
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