literatur pinselpark    


  Home
Zum Autor
Sitemap/Inhalt
Vorherige Seite

Balde Jakob 1604 - 1668
Lebensdaten

Neulateinischer Dichter, geboren am 4.1. 1604 in Ensisheim (Oberelsaß) als Sohn eines Kammersekretärs, gestorben am 9.8. 1668 in Neuburg an der Donau.

Seit 1622 Studium in Ingolstadt; 1623 nach seiner Promotion zum Magister artium liberalium Beginn Studium der Rechtswissenschaft.
1.7. 1624 in Landsberg Aufnahme als Novize in den Jesuitenorden. Zwei Jahre später kam ging er als Lehrer der klassischen Sprachen und der Rhetorik nach München und 1628 an das Gymnasium in Innsbruck.
Seit 1630 studierte er in Ingolstadt Theologie und empfing 1633 die Priesterweihe.
1635-37 Professor der Rhetorik an der Universität Ingolstadt und 1638-40 in München Hofprediger des Kurfürsten Maximilian I.
1640 wurde er unter die Professoren des Ordens aufgenommen. Bis 1650 Dichter und Hofhistoriograph in München, dann Prediger in Landshut und Amberg, ab 1654 pfalzgräflicher Hofprediger in Neuburg an der Donau.

Bekannt durch seine lateinischen Dichtungen epischer, satirischer, dramatischer, besonders lyrischer Art. Siegmund von Birken bezeichnete ihn als den deutschen Horaz. Noch heute gilt sein umfangreiches, von Johann Gottfried Herder wiederentdecktes und auch von Goethe bewundertes Werk als eine der herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der neulateinischen Literatur. Johann Gottfried Herder lenkte in seiner »Terpsichore« (1795/96) durch Übertragung zahlreicher Oden Baldesins Deutsche die Aufmerksamkeit der literarischen Welt auf den bereits vergessenen »Dichter Deutschlands für alle Zeiten«. Balde war ein Polyhistor ersten Ranges und als Humanist seinen Zeitgenossen überlegen und den großen Humanisten des 16. Jahrhunderts ebenbürtig. B. war Jesuit, aber beseelt von Vaterlandsliebe und milder Gesinnung gegen Andersgläubige.

An der Universität München ist man seit rund zwanzig Jahren damit beschäftigt, einzelne Werke Baldes philologisch zu erschließen und (vor allem auch in Form von Dissertationen und Magisterarbeiten) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dem sollen vor allem auch die seit 1999 erscheinenden „Münchner Balde-Studien“ dienen. Zum 400. Todestag im Jahr 2004 ist ein größeres internationales Festival zu Ehren des Dichters geplant.

Werke: Ehrenpreiß der Allerseligsten Jungkfrawen und Mutter Gottes Mariä, 1638; Lyricorum libri IV, epodon liber unus, 1643; Sylvarum lyricarum libri VII, 1643-45; Urania victrix, 1663. - Opera omnia, 8 Bde., München 1729.- Carmina lyrica, hrsg. v. Franz Hipler, 1856, v. B. Müller, 1884. - Renaissance. Ausgew. Dichtungen v. J. B., übertr. v. Johannes Schrott u. Martin Schleich, 1870.

Dichtungen (Gedichte). Lat. u. dt. In Ausw. hrsg. u. übers. v. Max wehrli, 1963.- Die truckene Trunkenheit. Satyra contra abusum tabaci (lat. u. dt.). Eine aus Jacobi Balde Lat. gedeutschte Satyra oder Straff- Rede wider den Mißbrauch des Tabaks, übers. v. Sigmund v. Birken, hrsg. v. Karl Pörnbacher, 1967.