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Anonym

Mutterl-Lied

Mutter, liebs Mutterl, was glaubst denn von mir?
trau deinem Büberl, werd nid glei irr an mir.
Was du mir g'lernt hast, da drin steht's geschrieb'n
und ist fürs Leben mei Leitstern geblieb'n.
D'Wolken, die olten, die zieht net so zamm,
der Apfel, der fällt ja ned weit weg vom Stamm.
Mutter, i bitt di, verzweifel nit glei:
i hob ei Herz, und das Herz, das is treu.
Heut noch klingts mir im Gemüt
dein so trautes Schlummerlied:

"Schlaf, mein liebes Büberl, schlaf,
lieber Gott, ach mach ihn brav.
Mach, dass er mich nie betrübe,
füll sein Herz mit Treu und Liebe".
Dann hast du mich schlafen g'legt,
und ganz zärtlich zugedeckt.
Ja, so lieb, so zart und fein
kann ja nur eine Mutter sein.
Ja so lieb, so zart, so fein
kann ja nur eine Mutter sein.