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Anonymus

Rosa Zenog

An Österreichs Grenzen tobt die Schlacht,
Um Ravaruska schon Tag und Nacht,
um Rußlands wilden Horden.
Es ist ein abscheuliches Menschenmorden.
Bei Kugelregen, Granatengeheule
hält tapfer sich Österreichs Heeressäule,
und im Feuer vorn, wo die Schützen stehen,
da sieht man Mädchenkleider wehen.
Ein Kind, zwölf Jahre knapp,
vom Kopf weht ihr zerzaust der schwarze Zopf
- das ist die Rosa, das Bauernkind,
wie ein Engel schön und schnell, wie der Wind
trägt Wasser den lechzenden Kriegern herbei,
trotz Pulverdampf und tödlichem Blei.
Kind, bleib' zurück, um Gottes Willen,
es eilt schon wieder, den Becher zu füllen.
Reih' auf und ab und immer wieder,
Kind, hüte deine zarten Glieder!
Da, ein Schrapnell - die Kugeln fliegen,
getroffen bleibt klein Rosa liegen.
Wie rinnt das Blut so rot und warm,
ein Schütze trägt auf starkem Arm
die Heldin aus der Schar der Streiter,
und donnernd tobt die Feldschlacht weiter.
In Wien auf blütenweißem Bett
liegt Rosa Zenog im Lazarett.
Mit Blumen, Edelgestein und Gold
hat Kaiser Franz Josef ihr Ehre gezollt,
und über Gold und Edelgestein
Soll Rosas Name gepriesen sein.
In Österreich und im deutschen Land,
vom Rheine bis zum Donau Strand,
wo hochgesinnte Herzen brennen,
wird man dich kleine Heldin nennen.