| 51. Die Dornene Kron. |
Anmerkungen |
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Die Dornen die das Haupt deß Herrn zerstechen
gantz /
Sind meines Haubtes Kron und ewger Rosenkrantz:
Was auß den Wunden fleust ist meiner Wunden heil:
Wie wol wird mir sein Spott / und seine Pein zutheil! |
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| 52. Die Liebe hats erfunden.
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Daß GOtt gecreutzigt wird! daß
man jhn kan verwunden!
Daß Er die Schmach verträgt / die man jhm angethan!
Daß Er solch' Angst aussteht! und daß Er sterben kan!
Verwundere dich nicht / die Liebe hats erfunden. |
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| 53. Umb einen Kuß ists GOtt
zuthun. |
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Was wil doch GOttes Sohn daß Er ins Elend kömbt
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Und ein solch schweres Kreutz auf seine Schultern nimbt?
Ja daß Er biß inn Tod sich ängstet für und für?
Er suchet anders nichts als einen Kuß von dir. |
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| 54. Die Welt ist im Frühling
gemacht. |
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Jm Früling ward die Welt Verneut /
und wiederbracht:
Drumb sagstu recht daß sie im Früling ist gemacht. |
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| 55. Die Geistliche Aufferstehung.
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Die Aufferstehung ist im Geiste schon geschehn:
Wenn du dich läst entwürkt von deinen Sünden sehn. |
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| 56. Die geheimbe Himmelfahrt.
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Wann du dich über dich erhebst und läst GOtt
walten:
So wird in deinem Geist die Himmelfahrt gehalten. |
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| 57. Die geistliche Trunkenheit.
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Der Geist praust ja wie Most: die Jünger allesambt
Sind gleich den Trunkenen entzündt und angeflambt
Von seiner Hitz und Krafft: so bleibt es doch dabey /
Daß diese gantze Schaar voll süsses Weines sey. |
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| 58. Der verlohrne Groschen.
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Die Seele GOttesbild ist der verlohrne Groschen /
Die Kertze himmlisch Licht / das durch den fall verloschen:
Die Weißheit ist das Weib die es aufs neu entzündt:
Wie seelig ist der Mensch den sie nu wider findt! |
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| 59. Das verlohrne Schaff. |
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Jch bin das arme Schaaff das sich verjrret hat /
Und nunmehr von sich selbst nicht kennt den rechten Pfad.
Wer zeigt mir dann den Weg / daß ich nicht gantz erliege?
O daß doch JEsus käm' / und mich nach Hause trüge!
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| 60. Der verlohrne Sohn. |
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Kehr umb verlohrner Sohn zu deinem Vatter GOtt:
Der Hunger bringt dich sonst (seyn' Ungunst) gar inn Tod:
Hättstu gleich tausendmahl ihm diesen Schimpff gethan /
So du nur wiederkömbst / ich weiß Er nimbt dich an. |
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| 61. Die verlohrne und wider gefundene
Drey. |
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Der Groschen / Sohn / unds Schaaff / bin ich mit Geist
/ Leib / Seele.
Verlohrn in frembdem Land / in einer Wüst' und Höle.
Die heilge Dreyfalt kombt und sucht mich alle stunden:
Den Groschen findt der Geist / der Vatter nimbt den Sohn /
Der Hirte JEsu trägt das Schaaff mit sich davon.
Schau wie ich Dreyfach bin verlohren und gefunden! |
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| 62. Der Punct / die Linie und Fläche.
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GOtt Vatter ist der Punct; auß Jhm fleust GOtt
der Sohn
Die Linie: GOtt der Geist ist beider Fläch' und Kron. |
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| 63. Vom reichen Mann. |
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Man wil dem reichen Mann kein tröpfflein Wasser
geben /
Weil er das Maß mit Wein schon voll gemacht im Leben. |
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| 64. Auch von jhm. |
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Wie daß der reiche Mann den Armen jetzo kennt?
Er sieht wol daß sich hat das Blättlein umbgewendt. |
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| 65. Der arme Lazarus. |
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Wie ungleich ist der Tod! die Engel tragen jhn
Den armen Lazarum zur ewgen ruhe hin.
Der reiche da er stirbt wird voller Angst und Pein:
So gutt ists auff der Welt nie reich gewesen seyn! |
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| 66. Von Maria Magdalene. |
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Was dänkt doch Magdalen daß sie so offentlich
Dem HErrn zu Fusse fällt / und schuldig giebet sich?
Ach frage doch nicht erst: schau wie die Augen funken:
Du sihst wol daß sie ist von grosser Liebe trunken. |
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| 67. Martha und Maria. |
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Die Martha laufft und rennt daß sie den HErren
speise /
Maria sitzet still; und hat doch solcher weise
Das beste theil erwöhlt: sie speiset jhn allein /
Die aber findt auch sich von jhm gespeiset seyn. |
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| 68. Von Maria Magdalene. |
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Maria kombt zum HErrn voll Leids und voller Schmertzen
/
Sie bittet umb Genad / und thut doch jhren Mund
Mit keinem Wörtlein auf: wie macht sie's ihm dann kundt?
Mit Jhrer Thränen fall und dem zerknirschten Hertzen. |
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| 69. Die Sünde. |
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Die Sünd' ist anders nichts / als daß ein
Mensch von GOtt
Sein Angesicht abwendt / und kehret sich zum Tod. |
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| 70. Der Mensch. |
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Das gröste Wunder ding ist doch der Mensch allein:
Er kan / nach dem ers macht / GOtt oder Teufel seyn. |
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| 71. Der Himmel allenthalben.
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Jn GOtt lebt / schwebt / und regt sich alle Creatur:
Jsts wahr? was fragstu dann erst nach der Himmelspuhr? |
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| 72. Den Bräutgam wünscht
die Braut. |
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Verwundete dich nicht daß ich nach GOtt verlange:
Der Braut ist allezeit nach ihrem Bräutgam bange. |
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| 73. Hier muß man
Bürger werden. |
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Streb nach der Bürgerschafft deß Himmels
hier auf Erden:
So kan er dir darnach dort nicht versaget werden. |
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| 74. Hütt dich für Sicherheit.
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Laß dir vom Himmelreich nicht gar so sicher träumen
/
Du sihst wol daß es auch die Jungfern selbst versäumen. |
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| 75. Das tröstlichste Wort.
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Das allertröstlichste das ich an JEsu find' /
Jst / wenn Er sprechen wird: kom benedeites Kind. |
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| 76. Trauben von Dornen. |
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Wer seinen neider liebt / und gutts vonn feinden spricht:
Sag ob derselbe nicht vonn Dornen Trauben bricht? |
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| 77. Das geistliche Sterben.
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Stirb ehe du noch stirbst / damit du nicht darffst sterben
/
Wann du nu sterben solst: sonst möchtestu verderben. |
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| 78. Die Hoffnung hält die Braut.
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Die Hoffnung hält mich noch; sonst wär' ich
längst dahin:
Warumb? dieweil ich nicht bey meinem Bräutgam bin. |
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| 79. Der beste Freund und Feind.
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Mein bester Freund mein Leib / der ist mein ärgster
Feind:
Er bindt und hält mich auff / wie gut ers immer meint.
Jch haß' und lieb jhn auch: und wann es kombt zum scheiden /
So reiß' ich mich von jhm mit Freuden und mit Leiden. |
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| 80. Mit Lieb erlangt man Gnad.
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Wann dich der Sünder fragt wie er sol Gnad erlangen
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So sage daß er GOtt zulieben an sol fangen. |
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| 81. Der Tod. |
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Der Tod bewegt mich nicht: ich komme nur durch jhn
Wo ich schon nach dem Geist mit dem Gemütte bin. |
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| 82. Die heilige Schrifft.
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Gleich wie die Spinne saugt auß einer Rose Gifft:
Also wird auch verkehrt vom bösen Gottesschrifft! |
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| 83. Trompeten. |
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Trompeten hör' ich gern: Mein Leib sol auß
der Erden
Durch jhren Schall erweckt / und wieder meine werden. |
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| 84. Das Antlitz GOttes. |
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Das Antlitz GOttes sehn ist alle Seeligkeit;
Von dem verstossen seyn das höchste Hertzeleid. |
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| 85. Der Artzt hält sich zum
Kranken. |
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Warumb pflegt doch der HErr mit Sündern umbzugehn?
Warumb ein trewer Artzt den Kranken beyzustehn? |
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| 86. S. Paulus. |
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Sanct Paulus wuste nichts als Christum
und sein Leiden;
Da er doch war gewest im Paradiß der Freuden.
Wie kont jhm diß so gantz entfallen seyn? Er war
Jn den Gekreutzigten Verformet gantz und gar. |
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| 87. Die Liebe. |
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Die Liebe dieser Welt wil alls für sich allein.
Die Liebe GOttes macht dem Nächsten alls gemein:
Die wird ein jeder Mensch für Liebe wol erkennen /
Jen' aber sol man Neid / und keine Liebe nennen. |
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| 88. Auß dem Hohen Lied.
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Der König führt die Braut inn Keller selbst
hinein /
Daß sie jhr mag erwöhln den allerbesten Wein.
So machts GOtt auch mit dir / wann du bist seine Braut /
Er hat nichts in sich selbst / das er dir nicht vertraut. |
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| 89. Kinder und Jungfrauen. |
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Jch liebe nichts so sehr als Kinder und Jungfrauen:
Warumb? im Himmel wird kein andres seyn zuschauen. |
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| 90. Die Tugend. |
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Die Tugend / spricht der weis' / ist selbst jhr schönster
Lohn.
Meint er nur zeitlichen / so halt' ich nichts davon. |
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| 91. Die GOttliebende Einsamkeit.
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Du sprichst Theophilus sey meisten-theils allein:
Macht sich der Adler auch den Vöglichen gemein? |
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| 92. Die Tagezeiten. |
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Jm Himmel ist der Tag / im Abgrund ist die Nacht /
Hier ist die Demmerung: wol dem ders recht betracht. |
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| 93. Von Johannes dem Täuffer.
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Johannes aß fast nichts / er trug ein rauhes Kleid
/
Saß in der Wüsteney die gantze Lebenszeit.
Er war so from: was fiel er GOtt so hart zu Fusse?
Die grösten Heiligen die thun die gröste Busse. |
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| 94. Die Welt. |
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Zu GOtt kombt man durch GOtt: zum Teufel durch die Welt;
Ach daß sich doch ein Mensch zu dieser Hure hält! |
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| 95. Das Ende krönt das Werck.
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Das Ende krönt das Werck / das Leben ziehrt der
Tod:
Wie herrlich stirbt der Mensch / der treu ist seinem Gott! |
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| 96. Die Figur ist Vergänglich.
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Mensch die Figur der Welt vergehet mit der Zeit:
Was trotzstu dann so viel auf jhre Herrlichkeit? |
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| 97. Auf beiden seyn ist gut.
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Den Himmel wüntsch' ich mir / Lieb' aber auch die
Erden:
Denn auf derselbigen kan ich GOtt näher werden. |
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| 98. Von den Lilgen. |
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So offt ich Lilgen seh / so offt empfind' ich Pein /
Und muß auch bald zugleich so offt voll Freuden seyn.
Die Pein entstehet mir / weil ich die Ziehr verlohrn /
Die ich im Paradiß von anbegin gehabt.
Die Frewde kombt daher / weil JEsus ist gebohrn
Der mich nu widerumb mit jhr aufs neu begabt. |
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| 99. Von S. Alexio. |
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Wie kan Alexius ein solches Hertz' jhm fassen
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Daß er kan seine Braut den ersten Tag verlassen?
Er ist jhr Bräutgam nicht: Er hat sich selbst als Braut
Dem Ewgen Bräutigam verlobet / und Vertraut. |
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| 100. Der Büsser löscht
das Feuer. |
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Du sprichst das Höllsche Feur wird nie gelöscht
gesehn:
Und sih der Büsser löschts mit einem Augenthrän! |
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