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Zeittafel 2: Geschichte des Mittelalters
Frühes Mittelalter: Ostrom und das Sassanidenreich: 527 - 751
Mohammed und die Ausbreitung des Islam: 622 - 1258
Kirche und Mission: 440 - 757

Wirtschaft Wissenschaft, Entdeckungen Literatur, Schrift Politik, Recht Musik, Architektur, Malerei etc. Philosophie, Religion

Zeit

     
Ostrom (zweites oder neues Rom) und das Sassanidenreich
Ostrom führt die Tradition des römischen Imperiums fort. Es entwickelt sich nach der Durchsetzung der hellenischen Sprache und Kultur im 7. Jahrhundert im Gegensatz zum Papsttum und dem späteren Kaisertum des Westens zum Heiligen Römischen Reich griechischer Nation. Die Überlieferung von Christentum und Antike bleiben in einzigartiger Form und Stärke verbunden, auch wenn die meisten östlichen Provinzen verloren waren und dieses Reich sich zeitweilig nur auf die Stadtmauern von Konstantinopel beschränkte
527-565 Justinan I. Blüte des Byzantinischen Reiches (Ostreich). Sammlung des Corpus juris civilis, Codex Justinianus (Kaiserliche Konstitutionen) und Novellen (Gesetze Justinians nach 534).
531-579 Chosrau I. Das Byzantinische Reich wird im Osten schwer bedrängt vom Neupersischen Reich der Sassaniden unter Chosrau I. (531-579). Ausdehnung des Persischen Reiches vom Mittelmeer bis zum Indus, vom Jaxartes und Schwarzen Meer über Arabien bis zur Grenze Ägyptens. Nach dem Tode Justinians I. erfolgt immer stärker der Reichszerfall: Langobarden in Italien, Einfälle der Avaren, Bulgaren und Slawen. Es entsteht die Slawisierung der Balkanhalbinsel.
    Errichtung eines Bulgarenreichs nach Unterwerfung der Slawen südlich der Donau um 680.
627 Herakleios I.
610-641
Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios I. über Chosrau II. von Persien. Durch Einführung der Themenverfassung mit Vereinigung militärischer und ziviler Gewalt sowie Ansiedlung von Soldaten erfolgt die Stärkung des Reiches, in dem die griechische Sprache Verwaltungssprache wird. Die Grenzen Persiens werden wieder nach dem mittleren Euphrat zurückgesetzt. Eroberung Persiens durch die Araber 642-643.
  Konstantin IV. Unter Kaiser Konstantin IV. wiederholte Abwehr der Arabar vor Konstantinopel.
718 Leo III. Vernichtende Niederlage der Araber vor Konstantinopel durch Kaiser Leo III. Auch unter den folgenden Herrschern werden schwere Kämpfe gegen die Araber und Bulgaren ausgetragen.
    Es entstehen innere kirchliche Wirren (Bilderdienst, Streit mit dem Papst) und 751 Verlust des Exarchats von Ravenna.
Mohammed und die Ausbreitung des Islam
Gründung einer neuen Religion durch den Araber Mohammed. Der Wiederaufbruch der semitischen Völker nimmt seinen Anfang. Mohammed fühlt sich als Prophet des "Einen Gottes Allah" und predigt den Islam mit stark nationaler Tendenz. Die Heilige Schrift ist der Koran.
622 Mohammed

Flucht Mohammeds aus Mekka (Hidschra) nach Meidna. Dies ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Von hier aus Unterwerfung und Bekehrung der arabischen Stämme. Seit 630 ist Mekka wieder religiöser Mittelpunkt des Islams. 632 Tod Mohammeds.

  Kalif Omar
634-644
Die Nachfolger Mohammeds werden Kalifen genannt. Der Kalif Omar (634-644) schafft die Grundlage des arabischen Weltreiches: Zusammenstöße mit Persien und Byzanz; Seemacht der Araber. Bis 650 sind Syrien, Palästina, Ägypten, Nordafrika und Persien erobert. Der Islam wird als Religion eingeführt, gemeinsame Sprache ist arabisch.
661-749   Kalifat der Omaijaden. Residenz ist Damaskus. Mehrfache vergebliche Angriffe erfolgen auf Konstantinopel (674-678). Im Osten Eroberung von Buchara, Samarkand und Indusgebiet (712). Seit 691/693 sind Golddenar und Silberdrachme verbindliche Währung im Handel während des Mittelalters, besonders in Asien und Afrika.
711   Vernichtung des Westgotenreichs in Spanien durch die Araber in der Schlacht am Fluß Guadalete (Jerez de la Frontera). Eroberung Spaniens bis zu den Pyrenäen.
732   Karl Martell siegt über die Araber zwischen Tours und Poltiers. Ende des arabischen Vordringens in West- und Osteuropa. Größte Ausdehnung des Kalifenreiches von Arabien bis zum Kaukasus, von Spanien und Nordafrika bis Transoxanien und zum Industal. Innere religiöse und politische Zwistigkeiten führen zu Sturz und Ausrottung der Omaijaden 749/750 und zum Kalifat der Abbasiden. Residenz ist Bagdad (1258 von den Mongolen erobert). Persische Erneuerung. Arabisch-persische Symbiose.
  Harun al-Raschid 786-809: Der Islam wird übernational. Größte Machtentfaltung unter Harun al-Raschid. Danach steigender Einfluß der türkischen Leibwache. Aufkommen von Teilfürsten, Verselbständigung der Teilreiche (Nordafrika, Ägypten, im Osten) seit dem 9. Jahrhundert. Politische Ohnmacht des Kalifats. Ab 955 ist der Kalif nur geistliches Oberhaupt. Politische Herrschaft bis 1055 durch persische Dynastie der Bujiden.
756   Abderrahman gründet in Spanien ein selbständiges Reich: seit 929 Kalifat von Cordóba, das nach dem Sturz der Omaijaden 1010 in viele kleine Herrschaften zerfällt. Glanzzeit im 10. Jahrhundert. Alhambra 1232 bis 1273. Ausbau im 14. Jahrhundert.
800-1100   Hochblüte der islamischen Kultur; um 1000 im Osten der Philosoph Avicenna, um 1150 in Spanien Averroes, Kommentator der Werke Aristoteles.
1001   Der türkische Sultan Mahmud von Ghasna beginnt mit der Eroberung Indiens. An seinem Hof ist der persische Dichter Fird(1)usi; Nationalepos "Königsbuch"
1055  

Das Kalifat von Bagdad gerät unter den Einfluß der kriegerischen türkischen Seldschuken (Togrulberg). Melikschah (gestorben 1092), Sultan der Seldschuken (türkischer Stamm), stellt die Einheit des Kalifenreiches wieder her. Nach seinem Tod erfolgt neue Teilung. Besondere Sultanate in Iran, Kerman (östliches Persien, persischer Dichter Hafis, gestorben um 1390), Aleppo, Damaskus, Iconium. Bagdad bleibt glänzender Herrschersitz bis zum Eindringen der Mongolen.

um 1200   Eroberung Indiens durch die Mohammedaner. Ein großer Teil Indiens wird islamisiert. Mohammedanische Dynastien herrschen bis zur englischen Eroberung. 1206 Begründung des Sultanats von Delhi.
1215 Dschingis-Khan Die Mongolen unter Dschingis-Khan erobern Peking. 1234 wird Nordchina mongolisch. Kubilai-Khan, Großkhan der Mongolen, 1280-1294 Kaiser von China (Yüan-Dynastie bis 1368). Blüte des Chinesischen Reiches. Eindringen des Islams. Westöstlicher Handelsverkehr. Der Venezianer Marco Polo landet in China.
1221 Baber Dschingis-Khan am Indus. Die Mongolen unter Timur Lenk plündern 1398 Delhi. 1525 begründet Baber, ein Nachkomme Dschingis-Khans und Timurs, in Indien das Reich der Großmoguln (mongolische Kaiserdynastie). Blütezeit unter Akbar von 1556 - 1605.
1250-1517   Ägypten unter der Herrschaft der türkischen Mamelucken (Sklaven).
1258 Hulagu Hulagu, Enkel des mongolischen Welteroberers Dschingis-Khan, stürzt das Abbasidenkalifat und zerstört Bagdad. Sein Heer wird 1260 in Palästina von den ägyptischen Mamelucken vernichtet.
  Die Kultureinheit des Mittelmeerraumes ist durch das Eindringen der Araber zerschlagen. Die Bildung des kontinentalen Europas wird dadurch begünstigt.
     
  Kirche und Mission
Nach der Einführung des Christentums durch Konstantin d.Gr. entwickelt sich eine Rangordnung der Kirchenbeamten nach dem Vorbild der Reichsverfassung. Die Bischöfe einer Provinz werden dem Bischof in der Provinzhauptstadt unterstellt. An die Spitze treten nach und nach die Bischöfe (Patriarchen) von Rom, Konstantinopel, Antiochia, Alexandria und Jerusalem.
440-461 Papst
Leo I. d.Gr.
Beansprucht zuerst offen den päpstlichen Primat über alle anderen Bischöfe. Ein Reichsgesetz spricht 445 dem Bischof von Rom die höchste Gewalt in der Kirche zu.
492-496 Papst Gelasius I. (492-496) Er stellt geistliche Autorität der weltlichen Macht gegenüber. Das ist die Grundlage für die Zweigewaltenlehre des Mittelalters. Ausbreitung des Mönchtums nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia. Dionysius Exiguus, in Rom wirkender skytischer Mönch (gestorben um 540) stellt durch Sammlung der Konzilkanones das erste lateinische Kirchengesetzbuch zusammen und schlägt 525 die Datierung nach Christi Geburt (um 5 Jahre zu früh errechnet) vor, die im Westen erstmals 742, im Osten erst in der Neuzeit angewandt wird.
590-604

Papst
Gregor I.
d. Gr.

Erster Mönchspapst, erstmals "Servus servorum Dei", bringt das Papsttum zu höherer Geltung. Beginn der Stadtherrschaft, Bekehrung der Angelsachsen (Entsendung des Mönches Augustin zu Ethelbert von Kent, 596), die ihrerseits ihre stark romgebundene Mission ins Frankenreich tragen, wo bereits die Predit der Schottenömnche erfolgreich vorangegangen war. Märtyrertod des Iroschotten Kilian in Würzburg 689.
752-757 Stephan II. Wendet sich in seiner bedrängten Lage an das Frankenreich (Pippinische Schenkung) und begründet seine Ansprüche auf unabhängige Landesherrschaft mit der gefälschten Konstantinischen Schenkung, einer angebliche Übertragung der Herrschaft über Rom und die westliche Reichshälfte durch Konstantin d. Gr.
     
     
     
     
     
     
     
Zur Zeittafel 3: Frankenreich und Kaistertum 768 - 911