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Ostrom
(zweites oder neues Rom) und das Sassanidenreich
Ostrom führt die Tradition des römischen Imperiums fort.
Es entwickelt sich nach der Durchsetzung der hellenischen Sprache
und Kultur im 7. Jahrhundert im Gegensatz zum Papsttum und dem späteren
Kaisertum des Westens zum Heiligen Römischen Reich griechischer
Nation. Die Überlieferung von Christentum und Antike bleiben
in einzigartiger Form und Stärke verbunden, auch wenn die meisten
östlichen Provinzen verloren waren und dieses Reich sich zeitweilig
nur auf die Stadtmauern von Konstantinopel beschränkte |
| 527-565 |
Justinan I. |
Blüte des Byzantinischen Reiches (Ostreich).
Sammlung des Corpus juris civilis, Codex Justinianus (Kaiserliche
Konstitutionen) und Novellen (Gesetze Justinians nach 534). |
| 531-579 |
Chosrau I. |
Das Byzantinische Reich wird im Osten schwer
bedrängt vom Neupersischen Reich der Sassaniden unter Chosrau
I. (531-579). Ausdehnung des Persischen Reiches vom Mittelmeer bis
zum Indus, vom Jaxartes und Schwarzen Meer über Arabien bis zur
Grenze Ägyptens. Nach dem Tode Justinians I. erfolgt immer stärker
der Reichszerfall: Langobarden in Italien, Einfälle der Avaren,
Bulgaren und Slawen. Es entsteht die Slawisierung der Balkanhalbinsel. |
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Errichtung eines Bulgarenreichs nach Unterwerfung
der Slawen südlich der Donau um 680. |
| 627 |
Herakleios I.
610-641 |
Sieg des oströmischen Kaisers Herakleios
I. über Chosrau II. von Persien. Durch Einführung der Themenverfassung
mit Vereinigung militärischer und ziviler Gewalt sowie Ansiedlung
von Soldaten erfolgt die Stärkung des Reiches, in dem die griechische
Sprache Verwaltungssprache wird. Die Grenzen Persiens werden wieder
nach dem mittleren Euphrat zurückgesetzt. Eroberung Persiens
durch die Araber 642-643. |
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Konstantin IV. |
Unter Kaiser Konstantin IV. wiederholte Abwehr
der Arabar vor Konstantinopel. |
| 718 |
Leo III. |
Vernichtende Niederlage der Araber vor Konstantinopel
durch Kaiser Leo III. Auch unter den folgenden Herrschern werden schwere
Kämpfe gegen die Araber und Bulgaren ausgetragen. |
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Es entstehen innere kirchliche
Wirren (Bilderdienst, Streit mit dem Papst) und 751 Verlust des Exarchats
von Ravenna. |
Mohammed
und die Ausbreitung des Islam
Gründung einer neuen Religion durch den Araber Mohammed. Der
Wiederaufbruch der semitischen Völker nimmt seinen Anfang. Mohammed
fühlt sich als Prophet des "Einen Gottes Allah" und
predigt den Islam mit stark nationaler Tendenz. Die Heilige Schrift
ist der Koran. |
| 622 |
Mohammed |
Flucht Mohammeds aus Mekka (Hidschra) nach
Meidna. Dies ist der Beginn der islamischen Zeitrechnung. Von hier
aus Unterwerfung und Bekehrung der arabischen Stämme. Seit
630 ist Mekka wieder religiöser Mittelpunkt des Islams. 632
Tod Mohammeds. |
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Kalif Omar
634-644 |
Die Nachfolger Mohammeds werden Kalifen genannt.
Der Kalif Omar (634-644) schafft die Grundlage des arabischen Weltreiches:
Zusammenstöße mit Persien und Byzanz; Seemacht der Araber.
Bis 650 sind Syrien, Palästina, Ägypten, Nordafrika und
Persien erobert. Der Islam wird als Religion eingeführt, gemeinsame
Sprache ist arabisch. |
| 661-749 |
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Kalifat der Omaijaden. Residenz ist Damaskus.
Mehrfache vergebliche Angriffe erfolgen auf Konstantinopel (674-678).
Im Osten Eroberung von Buchara, Samarkand und Indusgebiet (712). Seit
691/693 sind Golddenar und Silberdrachme verbindliche Währung
im Handel während des Mittelalters, besonders in Asien und Afrika. |
| 711 |
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Vernichtung des Westgotenreichs
in Spanien durch die Araber in der Schlacht am Fluß Guadalete
(Jerez de la Frontera). Eroberung Spaniens bis zu den Pyrenäen. |
| 732 |
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Karl Martell siegt über die Araber zwischen
Tours und Poltiers. Ende des arabischen Vordringens in West- und Osteuropa.
Größte Ausdehnung des Kalifenreiches von Arabien bis zum
Kaukasus, von Spanien und Nordafrika bis Transoxanien und zum Industal.
Innere religiöse und politische Zwistigkeiten führen zu
Sturz und Ausrottung der Omaijaden 749/750 und zum Kalifat der Abbasiden.
Residenz ist Bagdad (1258 von den Mongolen erobert). Persische Erneuerung.
Arabisch-persische Symbiose. |
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Harun al-Raschid |
786-809: Der Islam wird übernational.
Größte Machtentfaltung unter Harun al-Raschid. Danach steigender
Einfluß der türkischen Leibwache. Aufkommen von Teilfürsten,
Verselbständigung der Teilreiche (Nordafrika, Ägypten, im
Osten) seit dem 9. Jahrhundert. Politische Ohnmacht des Kalifats.
Ab 955 ist der Kalif nur geistliches Oberhaupt. Politische Herrschaft
bis 1055 durch persische Dynastie der Bujiden. |
| 756 |
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Abderrahman gründet in Spanien ein selbständiges
Reich: seit 929 Kalifat von Cordóba, das nach dem Sturz der
Omaijaden 1010 in viele kleine Herrschaften zerfällt. Glanzzeit
im 10. Jahrhundert. Alhambra 1232 bis 1273. Ausbau im 14. Jahrhundert.
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| 800-1100 |
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Hochblüte der islamischen Kultur; um
1000 im Osten der Philosoph Avicenna, um 1150 in Spanien Averroes,
Kommentator der Werke Aristoteles. |
| 1001 |
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Der türkische Sultan Mahmud von Ghasna
beginnt mit der Eroberung Indiens. An seinem Hof ist der persische
Dichter Fird(1)usi; Nationalepos "Königsbuch" |
| 1055 |
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Das Kalifat von Bagdad gerät unter
den Einfluß der kriegerischen türkischen Seldschuken
(Togrulberg). Melikschah (gestorben 1092), Sultan der Seldschuken
(türkischer Stamm), stellt die Einheit des Kalifenreiches wieder
her. Nach seinem Tod erfolgt neue Teilung. Besondere Sultanate in
Iran, Kerman (östliches Persien, persischer Dichter Hafis,
gestorben um 1390), Aleppo, Damaskus, Iconium. Bagdad bleibt glänzender
Herrschersitz bis zum Eindringen der Mongolen. |
| um 1200 |
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Eroberung Indiens durch die Mohammedaner.
Ein großer Teil Indiens wird islamisiert. Mohammedanische Dynastien
herrschen bis zur englischen Eroberung. 1206 Begründung des Sultanats
von Delhi. |
| 1215 |
Dschingis-Khan |
Die Mongolen unter Dschingis-Khan erobern
Peking. 1234 wird Nordchina mongolisch. Kubilai-Khan, Großkhan
der Mongolen, 1280-1294 Kaiser von China (Yüan-Dynastie bis 1368).
Blüte des Chinesischen Reiches. Eindringen des Islams. Westöstlicher
Handelsverkehr. Der Venezianer Marco Polo landet in China. |
| 1221 |
Baber |
Dschingis-Khan am Indus. Die Mongolen unter
Timur Lenk plündern 1398 Delhi. 1525 begründet Baber, ein
Nachkomme Dschingis-Khans und Timurs, in Indien das Reich der Großmoguln
(mongolische Kaiserdynastie). Blütezeit unter Akbar von 1556
- 1605. |
| 1250-1517 |
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Ägypten unter der Herrschaft der türkischen
Mamelucken (Sklaven). |
| 1258 |
Hulagu |
Hulagu, Enkel des mongolischen Welteroberers
Dschingis-Khan, stürzt das Abbasidenkalifat und zerstört
Bagdad. Sein Heer wird 1260 in Palästina von den ägyptischen
Mamelucken vernichtet. |
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Die Kultureinheit des Mittelmeerraumes
ist durch das Eindringen der Araber zerschlagen. Die Bildung des kontinentalen
Europas wird dadurch begünstigt. |
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Kirche
und Mission
Nach der Einführung des Christentums durch Konstantin d.Gr. entwickelt
sich eine Rangordnung der Kirchenbeamten nach dem Vorbild der Reichsverfassung.
Die Bischöfe einer Provinz werden dem Bischof in der Provinzhauptstadt
unterstellt. An die Spitze treten nach und nach die Bischöfe
(Patriarchen) von Rom, Konstantinopel, Antiochia, Alexandria und Jerusalem. |
| 440-461 |
Papst
Leo I. d.Gr. |
Beansprucht zuerst offen
den päpstlichen Primat über alle anderen Bischöfe.
Ein Reichsgesetz spricht 445 dem Bischof von Rom die höchste
Gewalt in der Kirche zu. |
| 492-496 |
Papst Gelasius I. (492-496) |
Er stellt geistliche Autorität
der weltlichen Macht gegenüber. Das ist die Grundlage für
die Zweigewaltenlehre des Mittelalters. Ausbreitung des Mönchtums
nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia. Dionysius Exiguus, in
Rom wirkender skytischer Mönch (gestorben um 540) stellt durch
Sammlung der Konzilkanones das erste lateinische Kirchengesetzbuch
zusammen und schlägt 525 die Datierung nach Christi Geburt (um
5 Jahre zu früh errechnet) vor, die im Westen erstmals 742, im
Osten erst in der Neuzeit angewandt wird. |
| 590-604 |
Papst
Gregor I.
d. Gr. |
Erster Mönchspapst,
erstmals "Servus servorum Dei", bringt das Papsttum zu höherer
Geltung. Beginn der Stadtherrschaft, Bekehrung der Angelsachsen (Entsendung
des Mönches Augustin zu Ethelbert von Kent, 596), die ihrerseits
ihre stark romgebundene Mission ins Frankenreich tragen, wo bereits
die Predit der Schottenömnche erfolgreich vorangegangen war.
Märtyrertod des Iroschotten Kilian in Würzburg 689. |
| 752-757 |
Stephan II. |
Wendet sich in seiner bedrängten
Lage an das Frankenreich (Pippinische Schenkung) und begründet
seine Ansprüche auf unabhängige Landesherrschaft mit der
gefälschten Konstantinischen Schenkung, einer angebliche Übertragung
der Herrschaft über Rom und die westliche Reichshälfte durch
Konstantin d. Gr. |
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| Zur
Zeittafel 3: Frankenreich und Kaistertum
768 - 911 |