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Bedingungen der Wissenschaftsentwicklung

Natürliche Voraussetzungen
Mildes Klima und reichlich Wasser: Das scheint eine Stimulanz der frühen Hochkulturen (Babylonien, Ägypten, Indien) gewesen zu sein. Sie gewährten ausreichend Nahrung und je weniger körperliche Arbeit nötig war, um so mehr Zeit blieb für Denkprozesse und spielerisches Experimentieren.

Im Laufe der Zeit wurde in kälteren Zonen das bereits entstandene Wissen aufgegriffen; es half den in diesen Bereichen schwierigeren Alltag zu beherrschen.
Weitere Faktoren in der Wissenschaftsentwicklung waren sicher die Nähe des Meeres und eine hochentwickelte Religion. Religion förderte die Wissenschaft deshalb, weil die frühen Priester Schamanen waren (Medizin), Sitten- und Moraltheorien und die Rechtsentwicklung förderten und durch die zukunftserforschende Astrologie die Astronomie in Fluss kam. Ein Priesterstand, der sich nicht um Tagesprobleme, wie Ernährung, Kleidung und Obdach kümmern mußte und dem daher mehr Muse zum Nachdenken verblieb, war sicher eine Voraussetzung vermehrten Erkenntnisgewinns.
Die Entwicklung von größeren gesellschaftlichen Verbänden (von der Familie zum Volk) brachte Arbeitsteilung mit sich. Das gleiche gilt übrigens für die späteren Stadtgründungen. So daß gesagt werden kann, dass offensichtlich die Bevölkerungsdichte ein positiver Faktor für die Wissenschaftsentwicklung ist. Arbeitsteilung führte zu Fachkenntnissen und effizienterer Erzielung von neuen Ergebnissen. Auch eine vernünftige, nicht allzu despotische Verfassung mag Antrieb für die Wissenschaftsentwicklung gewesen sein, wie sich dies vor allem im goldenen Zeitalter Griechenlands zeigt.

Der Übergang von Sammler- und Jägerkultur zur Ackerbau- und Viehzuchtkultur erhöhte die Überlebenschanchen und die Fortpflanzungsgeschwindigkeit durch die gleichmäßig bessere Ernährungsweise. Er warf aber auch neue Probleme auf, die nach Lösungen verlangten, wie z.B. Vorratswirtschaft mit effizienter Lagerung (Gefäß, Gebäude), brauchbare Logistik (Fahrzeuge und Wege). HIlfsmittel, wie Pflug und Tiergespann rühren ebenfalls aus dieser Zeit. Will Durant sagt dazu: "Zivilisation basiert auf Nahrungsvorrat, Kathedrale und Capitol, Museum und Universität sind die Fassade; im Hintergrund ist das Schlachthaus."
Ebenso wie die obengenannten Faktoren hat auch der Krieg die Wissenschaften gefördert, zum einen durch die Produktion von Waffen und die damit verbundenen neuen Techniken und Fertigkeiten, zum anderen durch den Kontakt mit eroberten Völkern, die ihr Wissen weitergeben mußten.

Sprache
Verständigung ist zum Ideenaustausch nötig. Ohne Sprache ist die Tradierung des Wissens (von Mund zu Mund) nicht dauerhaft. Im übrigen wird das Denken durch die Sprache gelenkt. (Link Abhandlung Sprachentstehung). In China beispielsweise gibt es den Begriff "Mitleid" nicht in der Umgangssprache. Fällt ein Mensch ins Wasser, lachen die anderen über das "Mißgeschick", niemand denkt an Hilfeleistung. Zu bemerken ist das dies im traditionellen China so war. Die Denkweise des Kommunismus hat hier Änderungen verursacht. Moderne Wissenschaft, auch wenn sie vorwiegend in Metsprachen operiert (z.B. Mathematik) kommt um umgangssprachliche Begriffe nicht herum, insbesondere soweit sie empirisch ist. Diese umgangssprachlichen Begriffe haben sich häufig als Hindernis der Wissenschaft erwiesen. Übrigens liegt die Entstehung der menschliche Sprache vom Zeitraum her im Dunkel.

Schrift
Sie ist konservierte Sprache. Auf diesem Weg können Erkenntnisse effizienter tradiert und einfacher und vielfältiger kritisiert werden. Nicht nur ein kleiner Kreis, dem Erkenntnisse mitgeteilt werden ist zur Kritik in der Lage. Schriftlose Völker haben trotz einer im übrigen hohen Kultur keine Wissenschaft entwickelt.
Beispiele für Schrift sind die Bilderschrift (frühe Akkader, China und Ägypten) und die Lautschrift (Babylon, Persien, Indien). Die Griechen haben aufgrund phönizischer Vorläufer, die ihrerseits wieder aus dem babylonischen Raum gespeist waren, eine Lautschrift entwickelt, die als Grundlage unserer Schrift dient (Beispiele, Link Hanne und Link Vortrag). Das Entstehen der Schrift ist noch nicht genau datierbar, einige Zeichen weisen auf die Buntkeramikperiode (~ 4000 - 3000 vuZ). Auch zur Schrift werden bestimmte Techniken benötigt (Gravur in Ton, Steine oder Metall, pflanzl. Tinte auf Papyrus u.a.) Eine Frühform der Schrift könnten Zeichen im Erdreich sein, die Jäger oder Sammler sich gegenseitig hinterließen, um auf Gefahren oder Wildbestände aufmerksam zu machen. (Abgeknickte Zweige, Rauchzeichen, Schnurknotenschrift der Inkas u.ä. waren ebenfalls Mitteilungstechniken) allerdings mit geringerem Abstraktionsgehalt. (Bilderschrift 1 Hirsch, 2 Hirsche)

Zahlen
Zahlen liefern in erster Linie quantitative Informationen (Hirt, Herde), im Gegensatz zur Sprache, die eher qualitativ orientiert ist. Wir kennen Völker, die nur die Ziffern 1 und 2 verwendeten, vielleicht aufgrund der beiden Arme, andere die zehn Zahlbegriffe hatten, vielleicht aufgrund der Finger. Die Babylonier hatten ein 60ziger System aufgrund ihrer astronomischen Kenntnisse. Dieses System wird heute noch für Winkel- und Stundenaufteilungen verwendet. PC nutzen ein Dualsystem (0 und 1), das wegen der früher üblichen Art der Speicherung in magnetisierte Kerne verwendet wurde (0 = nichtmagnetisiert, 1 = magnetisiert). Bestimmte Rechenoperationen werden auch in duo-dezimalen und hexadezimalen Zeichen ausgedrückt. Sicher wurden auch Zahlensysteme erst intensiv durch den Übergang von der Jäger- zur Ackerbauerkultur benutzt, z.B. um Vorräte zu messen.
Nur wo Zahlensysteme vorhanden waren, gelangen Längen- und Flächenmessungen (Acker), Zeitmessungen (Astronomie, Kalender) und auch der Handel, insbesondere der Fernhandel, kommen besser in Gang, wenn eine definierte Anzahl Esel gegen eine definierte Anzahl Kamele getauscht werden kann. Geldwirtschaft ist selbstverständlich nur zusammen mit einem Zahlungssystem anwendbar.

Römische und Arabische Ziffern Unterschiede im Rechnen. Null, Adam Riese, Publikation.

Die Einführung von Stellenwerten für die einzelnen Ziffern und der Null ist den Indern zu verdanken, die diese Kenntnisse via Arabien nach Europa brachten. Unser Dezimalsystem entstand im ausgehenden Mittelalter (ist wahrscheinlich auf unsere Fingerzahl zurückzuführen).

Maßsysteme
Die ersten Maße wurden den Verhältnissen des Körpers entnommen, Spanne, Elle, Fuß u.a. Sie dürften der Quantifizierung von Eigentum gedient haben. Zeitmaße lieferte der Gang der Gestirne (Tag = Sonne, Monat = Mond usw.). Ein solches grobes Zeitsystem war für Seefahrer und Landwirte von großer Bedeutung.

Aus dem Gesagten geht die Trennung des räumlichen und zeitlichen messens bereits hervor. Wir können nur ahnen, wie sehr diese unterschiedlichen Anwendungen von Messungen unser Empfinden für Raum und Zeit beeinflusste, bis schließlich Einstein sie als Aspekte einer höheren Dimension definierte.