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Wissenschaft und Kultur

Ein Blick auf die Zeiträume über die zu sprechen sein wird, zeigt etwa folgendes Bild:

Vor ca. 4 Mrd. Jahren begann die Geschichte unserer Erde als noch glühender Planet. Erste Spuren des Lebens können auf ca.600 Mio. Jahren zurückdatiert werden. 1 Mio Jahre etwa dauert das Quartär mit seinen Eis- und Warmzeiten. In diesen riesigen Zeitspannen war zunächst keine Entwicklung des Wissens im engeren Sinn möglich, jedoch wurden auch von einfachen Organismen Überlebensstrategien trainiert und vererbt. Der Homo sapiens (wissender Mensch) tritt in den letzten einhunderttausend Jahren unserer Erdgeschichte auf. In kurzer Zeit, gemessen an der vorhergehenden Geschichte, lernt er das Feuer beherrschen, mit einfachen Werkzeugen aus Stein, Knochen und Holz umzugehen, Hütten und Boote zu bauen und Tiere zu zähmen. Diese Jäger- und Sammlerkultur wird am Beginn der letzten zehntausend Jahre von einer Kultur der Ackerbauer und Viehzüchter abgelöst. Abel, der Ackerbauer und Kain, der Schafhirte sind biblische Bilder für diese Entwicklung. Der Mensch lebt jetzt nicht mehr von der Hand in den Mund, er braucht die Vorratswirtschaft, er braucht Behälter zur Aufbewahrung seiner Ernten und wegen des Wechsels der Jahreszeiten. Er lernt einfache Gefäße zu formen, um seine Vorräte aufzubewahren. Dazu muss er zum ersten Mal ein Material aus der Erde, nämlich Ton, benutzen. Vorräte bedeuten Besitz und bei entsprechender Anhäufung Reichtum. Zusammen mit der Vorratswirtschaft hört die Hordengesellschaft der Jäger und Sammler, die alles miteinander teilten, auf. Aus dieser Zeit stammen die ersten schriftlichen Überlieferungen von Gesetzen gegen Eigentumsdelikte. Gesetz Hamurabi einbinden.

Die Welt, die der Mensch von jetzt an baut, verändert die Natur. Die Städte, die entstehen und einen schnelleren Austausch zwischen einzelnen Wissenständen und Techniken ermöglichen, blühen auf (im übrigen bringen die heutigen Millionenstädte sehr viele aggressive Menschen und Verrückte hervor). Brücken überwinden Flüsse, Bewässerungskanäle machen sein Land fruchtbar und Stadtanlagen schützen ihn gegen Feinde. Er fährt aufs Meer, um Fische zu fangen und Handel zu treiben. Er gewinnt Salz, um seinen Fang zu konservieren. Um die Äcker fruchtbarer zu machen und leichter bearbeiten zu können, findet er im Boden Metalle und formt daraus den Pflug ebenso wie seine Waffen. Edelsteine und Gold in der Erde werden gefunden und als Schmuck benutzt. Seine besseren Kenntnisse erlauben ihm die Ausbreitung in Steppen, Wüsten und Eislandschaften. Wo immer ein Lebewesen, besonders aber der Mensch auftritt, verändert sich die Natur für dessen Zwecke. Frühe Kulturen entstehen zunächst einzeln, blühen auf und vergehen (Laotse: Hart und stark ist ein Begleiter des Lebens). Wo sie sich aber durch räumliche Nähe, Handel oder Kriege berühren, lernen die Menschen voneinander Techniken, Grundlagenwissen und soziale Lebensformen.

Mit der dichter werdenden Besiedelung der Welt, besonders in Städten, steigt das Wissen überproportional an und das Gesicht der Erde verändert sich durch deren Kultivierung in erheblichem Ausmaß. Eine an andere Kulturen weitergegebene Entwicklung involviert dort neue Anwendungen in anderen Sachzusammenhängen.

In den letzten fünfhundert Jahren der Menschheitsgeschichte erobert der Mensch die ganze Erde. Er umfährt sie mit seinen Schiffen, er besteigt die höchsten Berge und durchquert das Eis der Polargebiete. Menschenleere Gegenden werden zur Ansiedelung genutzt, Wissen wird durch gedruckte Schrift und später durch elektrische Signale weitergegeben. Fabriken produzieren für den täglichen Bedarf. Der Luftraum wird erobert, das Wasser wird zur Energiegewinnung aufgespeichert. Entsetzliche Waffen entstehen und das Tempo des Fortschrittes von Wissenschaft und Technik wird immer höher. In ungeahntem Maß verändert sich damit auch das äußere Antlitz der Erde und die auf ihr ablaufenden Lebensvorgänge.

In Erkenntnis der Endlichkeit seiner Ressourcen entwickelt der Mensch die Raumfahrt, die es heute schon erlaubt, den Mond zu betreten und detaillierte Bilder von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu erhalten. Riesige Bibliotheken, angeschlossen an Informationsnetze, die erdumspannend sind, speichern alles Wissen der Zeit. Das Wissen war Motor für all diese Vorgänge, deren Objekt und Opfer auch der Mensch ist.

Etwa 2/3 aller Menschen verdanken ihr Leben der Wissenschaft, die sie von der Geburt bis zum Tode begleitet, die bei der Erzeugung der Nahrung, der Bekämpfung von Seuchen und Krankheiten angewendet wird. Der Wissenschaft, die die Überlebenschancen in Ländern, in denen sie eine tragende Rolle spielen kann, erheblich erhöht. Nahezu alles, was uns umgibt, ist geformt durch unser Wissen, ob auch unsere Lebensbedingungen noch so bescheiden sind. Stilblüten des Wissens gibt es überall. Es werden neue Ertragssorten z.B. des Maises oder des Weizens gezüchtet und damit eine Überproduktion begründet. Der Mangel einiger Länder kann deshalb nicht beseitigt werden, denn ganz offensichtlich läßt uns unser Sozialgefühl dabei im Stich. Die Überschüsse aus der europäischen Produktion werden vernichtet, während in Afrika und Asien Menschen sterben.

Was wir über die Welt wissen, was wir wünschen und wollen, der Maßstab, nachdem wir Ereignisse beurteilen und ist vom Wissen beeinflußt oder ganz gestaltet. Unsere Reisen, die Nachrichten, die wir aus der Welt enthalten, das Angebot im Internet sind mit Wissenschaft, Erkenntnis und Technik eng verbunden. Dieses Dreigestirn hat die Oberfläche unseres Planeten verändert und längst nach dem Innenraum der menschlichen Seele gegriffen (Freud).

Ausblick

Unser Wissen und dessen Sammlung kostet uns Zeit und wenn wir es zulassen, nimmt es uns die Fähigkeit zur Selbstreflektion. Zu vielfältig sind die Eindrücke aus den Medien und den rasch wechselnden Lebenssituationen, die uns Wissenschaft und Technik beschehren.

Überflüssig zu sagen, daß gerade die Vielfalt des Wissens das Minimum an kontemplativen Leben zerstören, das Menschen zur ruhigen Selbstbetrachtung und -beurteilung benötigen. Damit wird die Auswahl des Wissensstoffes unter Verzicht auf wahlloses Hineinstopfen zur dringendsten Notwendigkeit unserer Gegenwart.

Überflüssig zu sagen, dass moderne Kriegstechnik alles zu zerstören droht, was Menschen aufgebaut haben, selbst das Dasein der Menschheit in Frage stellt. Hier ist ebenfalls Besinnung notwendig. Nicht eine gefühlsbetonte Besinnung, die den Propaganda-Apparaten der jeweiligen Machthaber entgegenkommt und deren Ethik übernimmt sondern eine sehr vernunftbezogene Besinnung.

Den Menschen wissenschaftlich zu erforschen haben sich viele Institutionen und Einzelpersonen zur Aufgabe gemacht. Marktstrategen operieren als geheime Verführer in der Werbepsychologie, Mitlitärpsychologen entwickeln besondere Resistenzmuster gegen die Gefahren der Kriege, um nur zwei Beispiele zu nennen. Es ist nicht überflüssig, diese Gefahr zu diskutieren und auch auf sie zu reagieren. Unleugbar wird der Mensch mehr und mehr zum direkt Gegenstand der Machtausübung in unerhöhrtem Umfang. Nicht nur unser finanzielles Gebahren unterliegt der Kontrolle durch die Staatsmacht, auch die Informationen der Rohstoff unseres Denkens, wird von ihr nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen manipuliert. Und dadurch wird unser Output bestimmt. Das Volk wird in der Regel dadurch unter Kontrolle gehalten, daß seine Basisbedürfnisse befriedigt werden. Die genaue Erforschung dieser Bedürfnisse haben sich Politiker aller Couleur als so wichtig auf die Fahnen geschrieben, daß gelegentlich der Satz kolportiert wird: In unserer Art von Demokratie werde nicht aufgrund der Notwendigkeiten sondern aufgrund der Meinungsumfragen Politik gemacht.

Die Entwicklung des Wissens und seine Anwendung in der Vergangenheit hat zur Vereinnahmung der Natur ausserhalb des Menschen geführt. Die jetzt eingeleitete Entwicklung wird den Menschen selbst erfassen. Geopositionäre Systeme in Verbindung mit einem einfachen Handy können neben jedem seiner Schritte auch seinen Freundeskreis und durch bereits vielfältig praktizierte Abhörmethoden auch seine Gesinnung überwachen. Die viel gerühmte Freiheit des Internet ist längst im Begriff ein Instrument der Überwachung und Gesinnungsschnüffelei durch die Staatsmacht zu werden.

Derzeit ist Gentechnik ein besonders interessantes Gebiet, das offensichtlich zur Disposition steht. Durch die Zulassung der Arbeiten mit Stammzellen ist es möglich, Menschen zu klonen. Es stellt sich die Frage, ob solche Klone künftig als Ersatzteillager ihrer Originale benutzt werden. Man kann aber auch fragen, ob zu einem Zeitpunkt der Zukunft das sogenannte Original - vielleicht weniger leistungsfähig als der Klon - verworfen wird. Im Sinne der Evolution wäre auch dies ein "survival of the fittest".
Im Laufe dieses Jahrtausends werden Chips entwickelt werden, die man Babys einpflanzen kann und die nicht nur Abfragen an eine zentrale Lenkungsbehörde senden sondern auch durch Erzeugung von Lust- und Unlustempfindungen den Menschen zu manipulieren ermöglichen. An diesen Projekten wird längst fleissig gearbeitet. Überflüssig, darauf hinzuweisen, was solche Instrumente in der Hand verantwortungsloser Diktatoren oder ideologisch beeinflusster Machthaber - auch wenn sie frei gewählt sind - bedeuten könnten.

Die Sozialwissenschaften und die Propagierung des Kommunismus mögen als Beispiel dienen: Aus einer Lehre, die Unterdrückung und schlechte Entlohnung der Arbeiter und Bauern verhindern sollte, wurde durch raschen Wandel ein System der allgemeinen Unterdrückung, der vogelfreien Menschen und des Archipel Gulag. Wenn dies schon bei so hehren Zielsetzungen geschehen ist, so wird noch viel mehr durch Gewinnsucht und Machtgier erreicht werden. Dies gilt vor allen Dingen für die demokratisch-plutokratischen Gesellschaften unserer westlichen Welt.

Nachdem jahrhundertelang in der Wissenschaft die Meinung vertreten wurde, Wissenschaft sei zur Erhaltung und Erleichterung des Lebens da, stellten wir im letzten Jahrhundert fest: Wissenschaftler entwickeln Kernwaffen, biologische und chemische Waffen, sie setzen irreparable Schäden in der Umwelt.
Wissenschaft ist vourteilslos, das will meinen, auch wertfrei. Wer aber bestimmt die Werte, die menschliches Dasein lebenswert machen? Mit Religionen, Weltanschauungen und gefühlsbetonten Naturphilosophien haben wir auf diesem Gebiet schlechte Erfahrungen gemacht.Solche Fragen wurden zunehmend ab Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts gestellt. Die Antworten liessen häufig die wünschenswerte Balance zwischen den Abgründen einer pseudoreligiösen, mystischen "Nur-Werte"-Gesellschaft und einem sterilen, entmenschlichten und wertfreien Fortschrittsdenken vermissen. Aufgabe der Zukunft wird es sein, zwischen beiden Extrempositionen die richtige Balance zu halten. Dazu könnte u.a. die Kunst als wichtiger Gleichgewichtsfaktor beitragen.

Jeder hat die Pflicht für sich und in Gemeinschaft mit anderen die Möglichkeiten und Zielsetzungen der Wissenschaften zu überprüfen und den für das Individuum und die Menschheit gangbaren Weg wissenschaftlichen Fortschritts zu finden. So stellt sich am Ende dieser Ausführungen die Frage: Wie mobilisiert man Menschen, deren Grundbedürfnisse gestillt sind zum Nachdenken über solche Sachverhalte? Von dieser Mobilisierung wird es abhängen, in welche Richtung der Marsch geht, welches Gremium zur Kontrolle geeignet ist und wie man die aus prozessualen Verfahren reichlich bekannten Entscheidungen zukünftig statt nach Aktenlage besser nach Gerechtigkeit gestalten kann und was Gerchtigkeit eigentlich ist. Wer jedenfalls im Zug der Lemminge nur den Führern folgt in dem Gedanken, so gehe er sicher und die "Verantwortlichen" würden den richtigen Weg schon wissen, läuft Gefahr, dem Herdentrieb zu erliegen und wie eben diese Lemminge elend zu verderben.