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Zielsetzung

Für die Wissenschaftsgeschichte wäre eine Aufzählung von Jahreszahlen und damit verbundenen Ereignissen zu wenig. Daher wird hier versucht sowohl Zeittafeln zu erstellen als auch die kulturtragenden Länder sichtbar zu machen. Ebenso ist es aber Ziel dieser Arbeit, durch gelegentliche Reflektionen auf einzelnen Gebieten einen Zusammenhang herzustellen und über die künftige Entwicklungen nachzudenken. Darüberhinaus sollen einzelne Wissenschaftlerschicksale und ideologische Widerstände der Wissenschaft dargestellt werden.

In der Wissenschaftsgeschichte stellt sich Wissen als eine Entwicklungsfolge dar. Deshalb unterscheidet sie sich von zusammenhanglos angehäuftem Wissen, das nicht genügend strukturiert wurde (Lexikonwissen) und den Träger eher zum Hochmut verleitet. Längst haben Fachleute ebenso wie Laien den Überblick über das gesamte Spektrum des Wissens verloren. Dies ist auf die zunehmenden Differenzierung der Wissenschaften zurückzuführen und daher ist eine Gesamtschau der wissenschaftlichen Entwicklung äußerst nützlich.

Wenn gelegentlich behauptet wird, Wissenschaft sei eine Kette von Irrtümern, so ist sie doch ein Herantasten an brauchbare Wahrheiten. Aber natürliche ist die Geschichte der Wissenschaft auch eine Geschichte ihrer logischen Irrtümer, iherer moralischen Fehlleistungen und ihres faustischen Anspruchs ohne Einschränkungen alles für machbar zu halten.

Definitionen

In allem Wissen läßt sich eine Gliederung erkennen.

1. Grundlagenforschung
Diese beschäftigt sich mit der Aufstellung von Theorien und Erklärungsmodellen unserer Welt und ihrer Erscheingungen. Da sie primär auf Verständnisvorgänge gerichtet ist, scheint in ihr Neugier und Spieltrieb die dominierende Rolle einzunehmen. Zum Zeitpunkt der Entstehung solchen Wissens ist dessen praktische Verwertbarkeit in der Regel noch nicht bekannt oder verständig.

2. Anwendung, Techniken
Dieser Teil des Wissens hat einen Zusammenhang mit Notwendigkeiten. Früher wie heute dienten Techniken dem Überleben z.B. in lebensfeindlichen Umwelten. Ihre Entwicklung ist überwiegend von der Situation angetrieben, ihr Wert ist praktisch, offenbar und verständlich, weil direkt nutzbar. In der zeitlichen Entwicklung hat sich zwischen diesen beiden Gebieten folgendes ergeben:

1. Der Wissenschaftler fand Grundlagen und stellte Theorien auf.
2. Der Geschäftsmann sorgte für deren technische Umsetzung.
3. Der Politiker nutzte die entstanden Techniken für Zwecke des staatlichen Machtapparates.

3. Folgebetrachtungen:
Wissenschaft hat einen Januskopf. Ganz offensichtlich macht Wissen bescheiden. Sokrates hat diese Haltung eingenommen mit dem Satz. "Ich weiß, daß ich nichts weiß" und Roger Bacon formulierte:
"Je weiser die Menschen sind, desto demütiger sind sie bereit, Belehrungen von anderen zu empfangen".
Newton sagt in gleichem Zusammenhang, unser Wissen ist "ein Tropfen" unsere Unkenntnis aber "ein Ozean.

Die andere Seite des Januskopfes zeigt sich, wenn man den "Erkennenden" und den mit der "Erkenntnis Beglückten" betrachtet. Der Erkennende hat ein Heureka-Erlebnis (griech. Heureka, Ich hab's), das dem Schaffen eines Kunstwerkes gleichkommt.

Dies geschieht häufig abseits des Alltags. Der Anwender solcher Erkenntnisse ist zuweilen weniger begeistert, denn auch die Münze der Erkenntnis hat zwei Seiten: Was uns das Leben angenehm macht, kann auch kriegerisch verwendet werden und Angst auslösen. Ein bekanntes Beispiel hier ist die Nutzung der Kernenergie.

Ist die Sage vom Baum der Erkenntnis bedeutungsvoll? Ist die Verheißung der Schlange "Ihr werdet wissen und Gott gleich sein" zutreffend? Führt Wissen zur Vertreibung aus irgend einem wie auch immer gearteten Paradies? Soll man die fühlende Seele nicht doch dem erkennenden Geist vorziehen? Fühlen und denken sind aber kein Widerspruch, beides ist den Menschen als Erbteil gegeben.

Wird Wissen aus ethisch einwandfreien Motiven angewendet, so kann es ein Nutzen sein. Aber wer erklärt uns welche Motive ethisch einwandfrei sind und wer erklärt uns was wirklich ein Nutzen ist? Zerstörerische, Macht- oder egosüchtige Motive und eine darauf basierende Ethik machen das Wissen schädlich. Aber wer erklärt uns, was wirklich schädlich ist? Darauf wird noch einzugehen sein.
Wenn Wissen also ein neutraler Stoff ist, der ebenso schädlich wie nützlich sein kann, wie weit darf dann seine Anwendung gehen? Läßt sich die schädliche Seite eindämmen? Mit Schuldzuweisungen an die Wissenschaftler ist ebenso wenig erreicht, wie mit einer blauäugigen Wissenschaftsgläubigkeit. Könnte ein Gremium, wie immer es zusammengesetzt ist, bestimmen, was nützlich und was schädlich ist, welches Wissen zu Waffen und welches zu Hilfe für die Menschen führt? Und selbst wenn dies gelänge, sind Waffen immer nachteilig oder gegen welche Art von Eroberern und Regimes dürfen sie eingesetzt sind. Könnte eine demokratische Mehrheit der Bürger eines Landes das entstandene Wissen auf den Prüfstand nehmen und einen Beschluß darüber fassen, was weiter entwickelt und was verworfen werden soll? Dies geht sicher fehl, denn die Urteilenden hätten möglicher Weise keinerlei Kenntnis der Dinge, auf die sich ihr Urteil bezieht. Und wer würde Fehlentwicklungen bei den Beurteilenden korrigieren? Im übrigen scheint gerade hier das Wort Schillers aus seinem Demetrius richtig zu sein: "Mehrheit ist Unsinn! Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen ...." Und was würde einem Staat widerfahren, der, wie dies derzeit in Deutschland häufig vorkommt, den Erwerb neuen Wissens wegen seines möglichen Schadenspotentials verwirft. Er wäre nach kurzem ein Armenhaus und in der Welt und ihren Abläufen bedeutungslos. Was er möglicherweise zu Recht verworfen hätte, würde sich gegen ihn kehren ohne daß er Waffen hat, dies abzuwenden. Oder könnte ein Weltgremium ähnlich der UN eine solche Aufgabe übernehmen? Welche Interessen innerhalb dieses Gremiums würden dann verfolgt? Wer würde sie verfolgen und wie könnten Korrekturbeschlüsse gefaßt werden? "Wissen ist Macht", sagt Francis Bacon. Und Staaten die ihr Wissenspotential einsetzen, werden auch künftig mehr Macht haben als die, die aus ethischen Gründen verwerfen was verwerflich oder zumindest nicht ethisch unbedenklich ist. Was geschieht heute mit Staaten, die ihr Wissenspotential aus ethischen Gründen begrenzen? Man kann dies am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland sehr gut verfolgen. Über viele Jahre wurden seit dem Zweiten Weltkrieg Produktentwicklungen erarbeitet, deren Verkauf den Bürgern des Landes Wohlstand bescherte, von dem wir noch heute zehren. Stellt sich eine Gesellschaft wissenschafts- und technikfeindlich ein, wie es in der BRD in den letzten Jahren der Fall war, verlegen viele Unternehmen ihren Sitz im Zuge einer fragwürdigen sog. Globalisierung ins Ausland. Dinge, deren Entwicklung 50 Jahre dauerten, werden in 6 Monaten auf Nimmerwiedersehen exportiert und damit auch die Quellen des Wohlstandes. Wer will eine solche Entwicklung unterstützen? Zuviel Ethik gibt es das? Wir können es nicht beurteilen. Aber eine gängige Theorie zum Aussterben der Saurier gibt als Grund an: Zuviel Panzer, zu wenig Hirn. Auch darüber wird am Ende dieser Ausführungen noch weiteres gesagt werden. Es scheint als ob wir hier in einen unendlichen Regreß gerieten. Möglicherweise führt kritisches Denken und der dem Menschen offensichtlich angeborene Optimismus zu Vorgaben, die eine brauchbare Weiterentwicklung möglich machen.

Die Wissenschaft ist das Vehikel, das das Gefährt der Menschheit vorwärtstreibt. Es stellt sich nur die Frage, wer ist der Lenker? Sie muß separat behandelt werden.

Immer wieder ist im Prozess der Wissensfindung diese Frage zu stellen. Es mag ein Wissen zunächst so unbedeutend sein, wie das Schießpulver für die Chinesen, die es zu Feuerwerkszwecken benutzten. Alles kann aber mißbraucht werden und die Tatsache bleibt bestehen, daß sich mit Schießpulver auch kriegerische Absichten verbinden lassen. Sich solche kriminellen Anwender vom Hals zu halten, ist Sache des Widerstandes der überforderten Bürger.

Nur der dem Menschen angeborene Optimismus könnte möglicherweise eine Vorgabe in Richtung der für die Menschheit brauchbaren Weiterentwicklung vertrauend auf menschliche Vernunft machen.

Ein anderer Aspekt bei der Anwendung der Wissenschaft ist die beschränkte Übersicht des Einzelnen über die Gesamtentwicklung von Wissenschaft und Technik. Niemand kann voraussagen, ob der Einsatz von Wissenschaft und Technik auf bestimmten Gebieten nützlich für den Menschen ist. Und was nützlich für den Menschen ist, muss dies auch nützlich für die Natur sein? Wer bestimmt überhaupt, was nützlich und was schädlich ist? Und wer bestimmt, was im Sinne der Evolution nützt und schadet?