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Barock  (1600-1770)

1.1 Begriff
Auf Renaissance und Manierismus folgender Kunststil. Der Begriff stammt aus dem portugiesischen: pérola barroca = unregelmäßige Perle. Der Literaturhistoriker Fritz Strich (* 1882, 1963) übertrug den Begriff Barock auf die Literatur.

1.2 Historischer Hintergrund
Reformation und Gegenreformation, Politischer Absolutismus
Dreißigjähriger Krieg (1618 - 48), nur ein Drittel der deutschen Bevölkerung überlebte und als Folge  moralischer und kultureller Verfall (Lebensgier als Folge von Todesfurcht)
Wiederherstellung auch der kulturellen und geistigen Infrastruktur (Buchdruckerreien, Künstlerbünde) nach dem Krieg.
Verlust des mittelalterlich geschlossenen Weltbildes auch im Bürgertum (Erde als Kugel, Kontakt zu andersdenkenden Kulturen und damit verbundene Unsicherheit der eigenen Orientierung)
Deutschland/Österreich: rückständig, politisch zersplittert, verwüstet durch den 30jährigen Krieg, starke Orientierung an Frankreich.
Frankreich: Absolutismus, der den rebellierenden Geburtsadel zum Hofadel zähmt.
Koalition von König mit Bürgertum (wirtschaftl. Basis für den Staat) gegen den Geburtsadel.
Barock ist die Überwindung der Unsicherheit im Rückgriff auf eine "gottgewollte" Ordnung (Sieg des Absolutismus und der Gegenreformation) die Zivilisierung und Disziplinierung der Menschen.
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1.3 Weltbild und Lebensgefühl
Der Barock ist eine zerrisene, antithetische, vom Mangel an Geborgenheit zeugende Epoche.
Zwischen carpe diem (Nütze den Tag)  Beispiel Gebrauche Deiner Zeit) und memento mori (Gedenke des Todes) entfaltet sich eine Kultur der Gegensätze:
Absolutistische und kirchliche Pracht (Prunk, Schmuck, Üppigkeit, Bewegtheit der Formen) an den Fürstenhöfen und bei der Geistlichkeit, steht der Todeserfahrung in Krieg und Verfolgung (und daraus folgender Armut und Verrohung) gegenüber.
Das Spektakel der Haupt- und Staatsaktionen steht ganz im Zeichen von Pomp und Repräsentation.
Das im Kriege verwendete Trostmotiv wirkt nach: Die irdische Welt (Vergänglichkeit, Todesfurcht und antithetisch Lebensgier) ist nur Trug und Schein (Gryphius, Eitelkeit). Bestand hat nur die Ewigkeit, das Jenseits. Zur düsteren Grabesthematik gehört als Antithese die Beschreibung des vollen Lebens und seiner Laster und Leidenschaften. Dafür ist Grimmelshausens Simplicissimus, ein monumentales Sittengemälde ein Beispiel.
Im Welttheater vereinen sich Weltlust und -flucht: Himmlische Mächte greifen ins Lebens ein, versinnbildlichen die Vergänglichkeit der weltlichen Herrlichkeit und stehen für  Erlösungssehnsucht und Ewigkeitshoffnung (Jesuitendrama). Der barocke Mensch Ist zerrissen und von eher pessimistischer Grundstimmung. Die Welt ist gottgeschaffener Kosmos, in dem jeder die ihm zugedachte Rolle zu spielen hat, sei er Bettler oder König. Die Fürsten, Inhaber der Macht, häufig auch geistliche Führer, werden gottähnlich geehrt. Der barocke Mensch erlebt innere Wiedersprüche. Schein und Sein, Vanitas-Gedanke, Schäferdichtung und Todesdichtung finden sich häufig in denselbem Werk.
Die infolge mangelnder Lesekenntnisse jetzt erst in breiteren Schichten zur Kenntnis genommenen Entdeckungen und Neuerungen der Neuzeit (Kolumbus Entdeckung, Verbreitung von Gedrucktem) und das Aufgeben des geschlossenen Weltbildes bereiten gegen Ende des Barock die Aufklärung vor.
Endgültig zerfallen die mittelalterlichen Ordnungen durch die Zerstörung der religiösen Einheit (Durchsetzen der Gedanken der Reformation). Es werden starke Kontraste zwischen Rationalismus  (Wissenschaft, Mathematisierung der Welt) und Irrationalismus (Angst, Aberglauben, Verzweiflung) erlebt. Neue Freiheiten in den Städten bringen dort soziale Spannungen mit sich.
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2. Wissenschaft
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3. Kunst

3.1. Bildende Kunst (Malerei, Architektur, --- Typische Architektur + Bilder)
Auch in der Kunst spielt der Vanitas-Gedanke des Barock eine grosse Rolle. Auf jedem Blumen- oder Früchtestilleben sind auch Verderber (Spinnen, Skorpione, Schnecken) abgebildet.
In der Architektur wird der riesige, himmelstrebende Kathedralraum durch den kleineren Bau der Barockkirche abgelöst, die jedoch reicher ausgeschmückt wird.  Die Kirche erweitert sich selbst zum Himmel (Deckengemälde) in dem Gottvater thront. Martyrium des hl. Sebastian (Vergänglichkeit des Schönen und Kraftvollen) und Verklärung und Hinrückung zu Gott sind beliebte Themen.
Im protestantischen Bereich bleibt die Bilderfeindlichkeit als Folge eines säkularisierten Weltbildes erhalten (Bilderstürmer, Puritanismus, Pietismus).

3.2. Musik (Vertreter, Stücke)
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4.1 Bevorzugte Formen der Dichtung
Nach Linderung der Kriegsfolgen und Wiederaufbau der Infrastrukturen erblüht auch der Buchdruck neu. Es bilden sich Sprachgesellschaften, in denen sich gebildete Adlige und bürgerliche Gelehrte zusammenschliessen. Beispiele: Fruchtbringende Gesellschaft (nach ihrem Wappen auch Palmenorden genannt), die 1617 ins Leben gerufen wurde, Aufrichtige Tannengesellschaft (1633), die Teutschgesinnte Genossenschaft (1643), der Nürnberger Kreis der Pegnitzschäfer (1644) und der Elbschwanenorden (1658).
Zur Förderung kunstvoller Anwendung poetischer Formen schreibt Martin Opitz' sein Buch von der Deutschen Poeterey (1624), in der er Gattungsabgrenzungen, Stilmittel und die Anwendung von Dichtung behandelt. Mit seiner Forderung nach einer akzentuierenden Metrik, durch die Wort- und Versakzent in Einklang gebracht wurden, schuf er die Voraussetzung für die Entfaltung der deutschen Lyrik.
Seinem Beispiel folgten zahlreiche namhafte Literaten der Zeit u. a. Philipp von Zesen (1640), Johann Peter Titz (1642), Johann Klaj (1645), Georg Philipp Harsdörffer (Poetischer Trichter, 1647­50).
Welche Bedeutung der Form beigemessen wird zeigt sich auch in der Verwendung von  Metaphern und Allegorien. Es wird so für den Eingeweihten eine zweite, symbolisierende Ebene des Handlungsablaufs eingeführt in der nicht nur das Wort zählt. Hierher gehört auch der allgemeine Drang nach der "grossen" theatralischen Geste, die zumeist Ausdruck von Gespaltenheit und Unsicherheit ist. (Beispiel Gryphius a.d. Krankenbett).
Die Jesuitendramen (Jakob Bidermann, Cenodoxus) zeigen neben ihrer streng religiösen Botschaft ein theatralisches Feuerwerk, wie es bühnentechnisch erst wieder im 20. Jahrhundert erreicht wurde.
Vorbild für höfische Theateraufführungen wird die italien. Oper mit gewaltigem technischen Aufwand.
Mehr auf Marktplätzen gezeigt werden vereinfachte engl. Dramen (auch Shakespeare); meist sind es oberflächlich einstudierte Komödien mit Narren und Schlägereien.
Die Tragödien von Racine, die Komödien von Moliere Tartuffe gelten als vorbildlich in Deutschland.
Jesuitendrama (Dramendichtung von Angehörigen des Jesuitenordens)
Kirchenlied (als Zuflucht zur stabilen Ewigkeit nach Scheitern und Tod in dieser Welt)
Tragödie, Komödie, Roman, erzählende Dichtung
Schäferdichtung (Beschreibung einer paradiesischen Hirtenwelt)

4.2 Vertreter / Werke

Barock

Jacob Bidermann
Jesuitendrama Cenodoxus

Sigmund von Birken

Simon Dach
Vntergang vnd ruinirung der Musicalischen Kürbs=Hütte vnd Gärtchens

Paul Fleming

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen
Der abentheurliche Simplicissimus Teutsch

Paul Gerhardt
Kirchenlieder

Andreas Gryphius
Tragödien Catharina von Georgien, Cardenio und Celinde , Komödie Absurda Comica, Gedichte

Johann Christian Günther
Kirchenlieder, Liebesgedichte

Georg Philipp Harsdörffer,
Schäferdichtungen

Christian Hofmann von Hofmannswaldau

Friedrich von Logau
Deutscher Sinngedichte drey Tausend

Daniel Casper von Lohenstein
Cleopatra
, Sophonisbe

Martin Opitz
Buch von der deutschen Poeterey
, Dafne

Johannes Rist
Geistliche Lieder

Angelus Silesius
Der cherubinische Wandersmann
Spee von Langenfeld

Georg Rudolf Weckherlin

Phillip von Zesen

Heinrich Anselm von Zigler und Kliphausen
Die asiatische Banise, Gedichte
Bibliotheca Palatina
Buch- und Bibliotheksgeschichte im 30jährigen Krieg

5. Einzeldarstellungen, Materialien, Quellen
Zur Leittabelle Literaturgeschichte, Zur Zeittafel Allgemeine Geschichte, Zur Dichterliste nach Epoche

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