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Mittelalter
Althochdeutsche und mittelhochdeutsche Epoche (750-1500)
Detaillierte Darstellung der Entwicklung der deutschen Literatur
im Mittelalter
1.1 Begriff
Vor der Christianisierung las und schrieb im deutschen Sprachraum
fast niemand.
Erste schriftliche Überlieferungen in deutscher Sprache stammen
aus dieser Zeit.
1.2 Historischer Hintergrund
a) Frühes Mittelalter
Karl der Große (742 - 814) seit 768 König der Franken, nach
800 Kaiser
Lehnswesen
Reichsbildung der Germanen (Heiliges Römisches Reich)
Kirche ist Träger der Kultur (Klöster)
Naturalien- und Tauschwirtschaft
b) Hohes Mittelalter
Höfische Dichtung, Verweltlichung der Literatur
Blütezeit mittelhochdeutscher Dichtung unter Friedrich I. (Barbarossa)
Ansehen der Ritter gewachsen, ritterliche Tugenden (Freude "hoher
mout", Anstand, Ansehen, Treue, Verläßlichkeit, Großzügigkeit "milte",
Verehrung der Frauen "hohe minne")
Lebensziele: Besitz und Ansehen (weltliches Gut), Gnade Gottes (geistliches
Gut, "Gottes hulte")
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1.3 Weltbild und Lebensgefühl
Im frühen Mittelalter finden Christianisierungen bei den Germanischen
Stämmen in verstärktem Maße statt. Teilweise wird germanisches
Brauchtum in die christliche Religion übernommen (Weihnachtsbaum).
Das Mittelalter ist gekennzeichnet durch ein statisches Weltbild
- die Erde als Scheibe bzw. als Kugel steht im Mittelpunkt. Oben
ist der Himmel als Wohnstatt Gottes mit seinen Gestirnen, Jerusalem
ist Mittelpunkt der Welt. Alles, was auf der Erde existiert, ist
von Gott so eingerichtet worden, auch die undurchlässige Gesellschaftspyramide
(einmal Ritter, immer Ritter; einmal Leibeigen, immer Leibeigen),
in der jeder seinen unveränderlichen Platz und seine Aufgaben
hat. Der Adel (inklusive Rittertum und hohem Klerus) übt sehr
offen die Macht aus, die ihm aus seinem Besitz an Land und Leuten
erwächst. Sein Reichtum dient ihm zur Anschaffung von Waffen, um
seinen Platz gegen rivalisierende Adlige zu behaupten und zur Repräsentation.
Bürger und Bauern sind dazu da, diesen Adel durch Frondienste und
Abgaben zu ernähren. Die festgefügte Welt zeigt sich an den kirchlichen
und weltlichen Bauwerken (Dome und Schlösser): Sie scheinen gebaut
für die Ewigkeit.
Im Spätmittelalter beginnt eine gesellschaftliche Entwicklung, die
im Lauf der nächsten paar Jahrhunderte die Gesellschaft umstrukturiert.
Es gewinnt Geldwirtschaft, (Handel und Produktion von Waren) gegenüber
der Tauschwirtschaft an Bedeutung. Das Bürgertum (Handelshäuser
wie Fugger, Welser, Medici) erstarkt wirtschaftlich. Reichtum gründet
sich nun auf den Besitz und die Vermehrung von Geld. In Oberitalien
(Lombardei - Lombardsatz) wird die doppelte Buchführung entwickelt.
Die Unterdrückung der Bauern führt zur Abwanderungen in die Städte,
wo es keine Leibeigenen gibt. Stadtluft macht frei! Um der Macht
des Adels zu widerstehen, werden Städtebünde gegründet mit
militärisch-wirtschaftlichen Funktionen. Stadtintern errichten die
Handwerker Gilden, die dort Macht ausüben. Mehr unter Einzeldarstellungen
2. Wissenschaft
In Indien wird die Null erfunden. In Europa ist keine brauchbare
Mathemathik möglich (Anwendung der römischen Zahlen). Thomas
von Aquin schreibt seine Summa theologica. Universalienstreit, Mystik
Meister Ekkehard. Mehr unter Einzeldarstellungen
3. Kunst
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4.1 Bevorzugte Formen der Dichtung
a) Frühes Mittelalter
Geistliche Dichtung (Klosterschulen als Kulturträger), Überlieferungen
schreibender Mönche (am bekanntesten sind die Mönche aus Fulda
und St.Gallen), Verwendung des Parallelismus als Stilmittel Zaubersprüche,
Segen, Rätsel, Gelöbnisse, Götter- und Heldensagen, Klosterbücher
b) Hohes Mittelalter
Der Geist der Literatur ändert sich. Es werden nicht biblisch- historische
Betrachtungen geschrieben, sondern das eigene Dasein wird reflektiert:
In Versromanen die Suche und Erprobung eines eigenen Lebenssinns
zum Ziel haben. Stärker werdender Einfluss anderer Sprachräume (Frankreich,
Italien).
Heldenepos, Minnesang (Verehrung verheirateter Adelsfrauen durch
höfische Ritter)
Spruchdichtung (verwandt dem Lied, persönliche, religiöse, politische
oder moralisch-lehrhafte Themen)
im späten Mittelalter: Chronikwerke, novellistische Kleinerzählungen
(Märe), Breitenliteratur bedingt durch einen größeren Leserkreis,
Schwänke (fabula docet: was lehrt uns die Geschichte),
4.2 Vertreter / Werke
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Althochdeutsche Literatur 750 - 1050
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Otfrid von Weißenburg, Evangelienbuch |
| Heliand (Evangelienharmonie) |
| Merseburger
Zaubersprüche |
| Hildebrandslied
(fragmentarisch, Heldenlied) |
| Wessobrunner
Gebet |
| Muspilli (Vernichtung der Erde; fragmentarisch)
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| Nibelungenlied (St Galler Handschrift) |
| Ludwigslied |
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Mittelhochdeutsche Literatur 1050 - 1350
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Hartmann
von Aue,
Gregorius, Der
arme Heinrich, Iwein |
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Heinrich
von Veldeke
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Reinmar von Hagenau
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| Walther
von der Vogelweide |
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Wolfram
von Eschenbach
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Gottfried
von Straßburg,
Tristan und Isolde |
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Neidhart
von Reuental
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Heinrich
von Meißen genannt Frauenlob
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Meister
Ekkehart
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Johannes
Tauler
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Werner der Gaertnere
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Spätes Mittelalter 1350 - 1470
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Oswald
von Wolkenstein
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Wichtige nichtdeutsche Literatur
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| Ältere Edda des Saemundr Sigfussin (1056-1133),
Geschichtliches, Heldenlieder, Mythen, Sagen |
| Jüngere Edda des Isländers Snorri Sturlusson (1178?-1241),
Geschichtliches, Heldenlieder, Mythen |
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Ekkehard von
St Gallen (~900 - 973), Waltharilied (lateinischer
Urtext)
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Jansen Enikel (1280), Weltchronik
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| Das St. Trudperter Hohe Lied (für Nonnen
geschriebenes Klosterbuch) |
5.
Einzeldarstellungen, Materialien, Quellen
Zur
Leittabelle Literaturgeschichte,
Zur
Zeittafel Allgemeine Geschichte, Zur
Dichterliste nach Epoche
Fremdlinks
Mittelhochdeutsche
Wörterbücher |