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Philosophie ab 1900

Am Anfang des Jahrhunderts werden von Schlick und Witgenstein analytische Theorien entwickelt. Die kritisch-analytische Denkweise führt zur Phänomenologie (Husserl) und zu im wesentlichen von erkenntnistheoretischen Gesichtspunkten bestimmten Wissenschaftstheorie (Russel, Whitehaed, Frege). Dabei spielen Phänomene, wie Paradoxa der Mathematik, eine Rolle. Freuds psychologische Untersuchungen lösen die Lebensphilosophie aus (Wund). Sprachkritik (Tarski, Chomsky, Worf) führt zu klareren begrifflichen Abgrenzungen. Einstein beeinflusst das relativistische Denken. In Beobachtung der Entwicklung des Kommunismus (Kalter Krieg) gewinnt die kritische Theorie (Adorno, Horkheimer) an Gewicht. Die genauere Erforschung menschlicher Lebensbedingungen führt zur philosophien Anthropologie (Scheler). Heidegger, Jaspers, Sartre und Kirkegaard entwickeln existenzialistische Theorien. Popper entwickelt neben seiner Wissenschaftstheorie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Idealismus. Theorien zur Massenpsychologie werden von Lebon, Orthega y Gasse und Umberto Eco entwickelt.

Im 20. Jahrhundert tritt in zwei Weisen Kritik am klassischen Naturverständnis und vor allem an der daraus resultierenden Vormachtstellung der Technik/Technologie als Naturbeherrschung hervor.

Die erste Kritiklinie gründet sich auf MAX HORKHEIMER (1895-1973) und THEODOR W. ADORNO (1903-1969). HORKHEIMER meint, daß die unter dem Primat der Technologie organisierte Weltsicht ein das Denken einengendes Weltverständnis bedeute. Das Denken sei verkürzt zur subjektiven instrumentellen Vernunft, nämlich der bloßen Alltagsbewältigung, und bedeute den Verlust der objektiven Vernunft, der Frage nach dem Sinn des Ganzen. Mit solchen Aussagen wie 'Aller Fortschritt ist gut', genauso aber auch 'Ab morgen bin ich sinnlich' sind bereits Antworten gegeben auf eine Frage, die nicht mehr wahrgenommen wird, die Frage nämlich 'Was wollen wir eigentlich?'.
Hierzu zwei Zitate aus "Kritik der instrumentellen Vernunft":
"... Diese Art der Vernunft kann subjektive Vernunft genannt werden. Sie hat es wesentlich mit Mitteln und Zwecken zu tun, die mehr oder minder hingenommen werden und sich vermeintlich von selbst verstehen. ... Im Brennpunkt der Theorie der objektiven Vernunft stand nicht die Zuordnung von Verhalten und Ziel, sondern die Begriffe - wie mythologisch sie uns auch heute anmuten mögen -, die sich mit der Idee des höchsten Guten beschäftigen, mit dem Problem der menschlichen Bestimmung und mit der Weise, wie höchste Ziele zu verwirklichen seien. ... Die Beziehung zwischen diesen beiden Begriffen von Vernunft ist nicht bloß eine des Gegensatzes. Historisch hat es beide Aspekte der Vernunft, den subjektiven und den objektiven, seit Anbeginn gegeben, und das Vorherrschen jenes über diesen kam im Verlaufe eines langen Prozesses zustande."
"Die instrumentelle subjektive Vernunft preist entweder die Natur als pure Vitalität oder schätzt sie gering als brutale Gewalt, anstatt sie als einen Text zu behandeln, der von der Philosophie zu interpretieren ist und der, richtig gelesen, eine Geschichte unendlichen Leidens entfalten wird. Ohne den Fehler zu begehen, Natur und Vernunft gleichzusetzen, muß die Menschheit versuchen, beide zu versöhnen."
Bedauerlicherweise gelingen das richtige Lesen und die Versöhnung bei HORKHEIMER nicht. ADORNO findet einen Ausweg in seinem Ästhetikbegriff, in dem er Naturschönheit und Kunstschönheit verwandt setzt: Beide seien Chiffren des noch nicht Seienden, schön bsplw. an der Natur sei, was als mehr erscheint, denn was es buchstäblich an Ort und Stelle ist. Im Wahrnehmen des Schönen könnte also ein Aufbrechen der Einengung sich ereignen, könne eine Harmonisierung des geschichtlich Aufgespaltenen erreicht werden.

Die zweite kritische Sichtweise fußt auf MARTIN HEIDEGGER (1889-1976). HEIDEGGER spricht nicht von einem bestimmten Naturverständnis, das sich in der Technik manifestiert und zum bestimmenden wird, sondern von einem Seinsverständnis. Dieses Seinsverständnis zeichnet sich durch Seinsvergessenheit aus, d.h. der Mensch ist nurmehr bekümmert um die Auslegung des Seienden als Seiendem, dem Gegenstand als Gegenstand. Übersetzt in 'unseren Naturbegriff' bedeutet dies - und das gilt gemäß HEIDEGGER in zunehmendem Maße seit dem philosophischen Aufbruch der Antike -, daß der Mensch sich nicht um die Natur als solche, die Natur in ihrem Sein kümmert, sondern nur um das Natürliche in Hinblick auf seine Bearbeit- und Veränderbarkeit. Natur als solche gerät zunehmend in Vergessenheit, obgleich sie immer die 'Grundlage' des menschlichen Schaffens darstellt. In diesem Sinne ist die Vergessenheit auch kein allein negativer Begriff, sondern bedeutet eine positive (dennoch Kritik herausfordernde) Auslegung der Natur als dem herrschenden Naturverständnis. Indem Natur lediglich in der Weise der Machbarkeit und Beherrschbarkeit verstanden wird, entzieht sich Natur, ist jedoch nicht 'weg', sondern eben in dieser Weise 'da'. Die 'positive Anwesenheit' von Natur zeigt sich uns heute vor allem in der Weise zerstörter Umwelt und durch 'aus der Bahn geratene' Formen der sinnlichen Wahrnehmung, in der Weise des Heuschnupfens genauso wie in der der nurmehr durch hochkomplizierte Apparate übersetzten wissenschaftlichen Naturerkenntnis.


Weltbild und Lebensgefühl: Einzeldarstellungen
Wissenschaft: Einzeldarstellungen
Kunst: Einzeldarstellungen

Vertreter / Werke

Philosophie ab 1900

Lebensphilosophie und Historismus:
Bergson, Guyau, Driesch

Englischer Pragmatismus:
James, Schiller, Dewey, Pierce

Neue Metaphysik:
Alexander, Whitehaed, Nicolai Hartmann, Neuscholastik

Phänomenologie:
Husserl, Scheler

Existenzphilosophie:
Jaspers, Sartre, Buber, Heidegger, andere

Philosophische Anthropologie:
Scheler, Gehlen

Moderner Marxismus:

Sprache und Philosophie:
Wittgenstein, Chomsky, Tarski

Neupositivismus:
Russel, More, Der Wienerkreis, Carnap

Wissenschafts- und Erkenntnistheorie:
Analytische Philosophie
Kritischer Rationalismus (Popper)
Evolutionäre Erkenntnistheorie
Konstruktivismus


Einzeldarstellungen, Materialien, Quellen
Leittabelle Philosophiegeschichte, Zeittafel Geschichte Neuzeit ab 1914,
Philosophenliste nach Epoche